Schrö­ders Durch­bruch

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AN

Als Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der im März 2003 vor dem Bun­des­tag die Agen­da 2010 erst­mals of­fi­zi­ell vor­stell­te, ahn­te kaum je­mand, wie sehr die Re­for­men des rot-grü­nen Re­gie­rungs­chefs Deutsch­land wirt­schaft­lich ver­än­dern soll­ten. Vie­le Kri­ti­ker der ers­ten St­un­de wür­di­gen sie heu­te als Meilensteine auf dem Weg zu­rück an die Spit­ze: Zu­vor galt Deutsch­land als kran­ker Mann Eu­ro­pas – wie heu­te Frank­reich.

Der Kern der Agen­da 2010 be­trifft die Ar­beits­markt­po­li­tik. Die al­te Ar­beits­lo­sen­hil­fe wur­de ab­ge­schafft und die Ar­beits­mit den So­zi­al­äm­tern zu­sam­men­ge­legt. Ar­beits­lo­se er­hiel­ten fort­an bis zu 24 Mo- na­te Un­ter­stüt­zung. Da­nach be­steht An­spruch auf das Ar­beits­lo­sen­geld II – ei­ne Grund­si­che­rung für er­werbs­fä­hi­ge Ar­beit­su­chen­de. Nichter­werbs­fä­hi­ge Hilfs­be­dürf­ti­ge er­hal­ten das ge­rin­ge­re So­zi­al­geld. Bei­des sind kei­ne Ver­si­che­rungs-, son­dern So­zi­al­leis­tun­gen und wer­den vom Bund fi­nan­ziert. Der nach dem VW-Per­so­nal­chef Pe­ter Hartz be­nann­te Um­bau li­be­ra­li­sier­te auch die Zeit­ar­beit und so­ge­nann­te Mi­ni­jobs.

Ver­ges­sen ist, dass Schrö­der in der glei­chen Re­gie­rungs­er­klä­rung da­mals auch ei­ne Auf­wei­chung des Eu­ro­päi­schen Sta­bi­li­täts­pakts (Schul­den- und De­fi­zi­to­ber­gren­zen) ver­kün­de­te.

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