Stu­den­ten­kre­di­te be­las­ten jun­ge Ame­ri­ka­ner

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AT

Wäh­rend die US-Kon­su­men­ten in der Fi­nanz­kri­se ih­re Schul­den ab­ge­baut ha­ben, ha­ben sie für ei­nen Zweck die Ver­schul­dung ste­tig aus­ge­baut. Die of­fe­nen Kre­di­te für das Uni­ver­si­täts­stu­di­um be­tra­gen in den USA nun über 1 Bio. $ – 2004 wa­ren es noch un­ter 400 Mrd. $. Da­mit kom­men nun 9% al­ler Kon­su­men­ten­schul­den von Stu­den­ten­kre­di­ten. Die Kri­se hat die Schul­den­auf­nah­me für das Stu­di­um gar be­schleu­nigt. Zwar ist et­wa die Hälf­te der Col­le­ge-Ab­sol­ven­ten in den USA un­ter­be­schäf­tigt – ha­ben al­so kei­ne Voll­zeit­stel­le, für die es ein Stu­di­um bräuch­te. Gleich­zei­tig stei­gen seit Jah­ren die Stu­di­en­ge­büh­ren schnel­ler als das all­ge­mei­ne Preis­ni­veau. Trotz­dem er­schien in der Re­zes­si­on ein Stu­di­um als ei­ne der bes­ten Mög­lich­kei­ten, die schlech­te Wirt- schafts­la­ge aus­zu­sit­zen und die Job­chan­cen zu ver­bes­sern. Denn die La­ge der Nicht­stu­dier­ten hat sich noch stär­ker ver­schlech­tert als die der Col­le­ge-Ab­sol­ven­ten.

Die ho­hen Stu­di­en­kos­ten und die schlech­te­ren Ar­beits­be­din­gun­gen hin­ter­las­sen be­sorg­nis­er­re­gen­de Spu­ren: Die Stu­den­ten­kre­di­te ver­zeich­nen die höchs­ten Zah­lungs­rück­stän­de un­ter den Pri­vat­schul­den. Die Be­die­nung von fast 12% die­ser Kre­di­te sind mehr als neun­zig Ta­ge über­fäl­lig (vgl. Grafik 3). Da die Pro­gram­me staat­lich ga­ran­tiert sind, spielt – im Ge­gen­satz zu an­de­ren Schul­den – die Kre­dit­wür­dig­keit bei der Dar­le­hens­ver­ga­be kei­ne Rol­le. Da­für ist es schwie­ri­ger, die Schul­den los­zu­wer­den. Selbst nach ei­ner Pri­vat­in­sol­venz müs­sen die Kre­di­te wei­ter be­dient wer­den.

Das Bo­ni­täts­ra­ting für Kon­su­men­ten mit Stu­den­ten­kre­di­ten ist si­gni­fi­kant schlech­ter. Das er­schwert es, Gel­der für an­de­re Zwe­cke auf­zu­neh­men – was wie­der­um den Kon­sum zu­rück­bin­det. Die Schul­den sind für vie­le jun­ge Ame­ri­ka­ner drü­ckend. Im Schnitt be­tra­gen sie je Schuld­ner fast 25 000 $. Über 3% der Schuld­ner ha­ben Kre­di­te aus Stu­di­en­ta­gen von über 100 000 $. Durch­schnitt­lich 200 $ müs­sen die Ab­sol­ven­ten mo­nat­lich we­gen der Stu­di­en­kre­di­te auf­wen­den. Ein Vier­tel muss mehr als 400 $ be­zah­len. Im Ver­gleich: Der durch­schnitt­li­che Col­le­ge-Ab­sol­vent ver­dient brut­to ge­ra­de mal 2500 $. Auch wenn die Po­li­tik Vor­schlä­gen zu­stimmt, die Schul­den­last für Ab­sol­ven­ten zu sen­ken, wer­den die Stu­den­ten­kre­di­te wohl auf lan­ge Zeit nicht zu­rück­ge­hen.

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