Die Zu­ver­sicht wächst

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - STE­PHA­NIE LINDECK,

Der glo­ba­le Ausblick hat sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten auf­ge­hellt – in ers­ter Li­nie dank der po­si­ti­ven Ent­wick­lung in den In­dus­trie­län­dern. Die Ein­bus­sen we­gen des Re­gie­rungs­still­stands der USA im Ok­to­ber wa­ren we­ni­ger gra­vie­rend − wie auch das Bei­ge Book der US-No­ten­bank (Fed) be­stä­tigt − und die kon­junk­tu­rel­le Be­le­bung in der Eu­ro­zo­ne fasst Fuss. Vor al­lem für Deutsch­land ist die Kon­junk­tur­zu­ver­sicht un­ge­bro­chen, ob­wohl das rea­le Brut­to­in­land­pro­dukt (BIP) 2013 nach Hoch­rech­nun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts mit 0,4% et­was we­ni­ger wuchs als er­war­tet.

Bei den Schwel­len­län­dern lie­fert die gu­te Kon­junk­tur in Chi­na – die Be­sorg­nis um ei­ne gra­vie­ren­de­re Kon­junk­tur­schwä­che fand sich zu­letzt nicht be­stä­tigt – ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zur recht sta­bi­len Ent­wick­lung. Trotz der stär­ke­ren Dy­na­mik der Welt­wirt­schaft bleibt der In­fla­ti­ons­druck an­ge­sichts der an­hal­ten­den glo­ba­len Nach­fra­ge­lü­cke aber ge­ring. Das Nied­rig­zins­um­feld der Zen­tral­ban­ken dürf­te noch ei­ni­ge Zeit das Kon­junk­tur­kli­ma be­güns­ti­gen. Auch nach­dem das Fed be­gon­nen hat, das An­lei­hen­kauf­pro­gramm zu­rück­zu­fah­ren, er­war­ten wir ein En­de der Null­zins­po­li­tik frü­hes­tens En­de 2015 − für die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) so­gar noch deut­lich spä­ter.

Glo­ba­ler Ausblick hellt sich auf – Eu­ro­zo­ne kommt auf die Füs­se

Ak­ti­en, Ak­ti­en, Ak­ti­en

Am be­kann­ten Grund­te­nor, Ak­ti­en und eher kon­junk­tur­sen­si­ble An­la­gen im An­lei­hen­be­reich zu be­vor­zu­gen, hal­ten wir auch 2014 fest. Letz­te Wo­che noch dämpf­ten ent­täu­schen­de US-Ar­beits­markt­zah­len den Kon­junk­tur­op­ti­mis­mus der An­le­ger. In die­ser Wo­che hin­ge­gen do­mi­nier­ten die er­freu­li­chen Über­ra­schun­gen wie die über den Er­war­tun­gen lie­gen­den US-Ein­zel­han­dels­um­sät­ze. Hin­zu kam, dass In­ter­na­tio­na­ler Wäh­rungs­fonds und Welt­bank ih­re Pro­gno­se des glo­ba­len Wachs­tums nach oben kor­ri­gier­ten.

S&P, Dax und Eu­ro Sto­xx 600 er­reich­ten neue Re­kord­hö­hen, al­ler­dings kommt die Ak­ti­en­ral­ly nun all­mäh­lich in ei­ne rei­fe­re Pha­se. Ak­ti­en sind nicht mehr grund­sätz­lich güns­tig be­wer­tet. Um­so wich­ti­ger wird die Se­lek­ti­on. Von in­dex­ba­sier­ten An­la­ge­stra­te­gi­en er­war­ten wir da­her ei­ne un­ter­durch­schnitt­li­che Ent­wick­lung. Aus­ser der Ein­zel­ti­tel­s­e­lek­ti­on bie­ten auch die durch die Kri­se ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­te­nen Märk­te wie die Eu­ro­pe­ri­phe­rie­län­der Spa­ni­en und Ita­li­en noch Chan­cen. Der Eu­ro no­tiert nach ei­nem kur­zen An­stieg zum En­de der ver­gan­ge­ner Wo­che wie­der leicht tie­fer, knapp un­ter 1.36 $/€. Ein An­stieg auf 1.38 $/€ scheint mög­lich – nicht zu­letzt we­gen der stei­gen­den Be­liebt­heit eu­ro­päi­scher An­lei­hen und Ak­ti­en. Bei In­ves­ti­tio­nen in Schwel­len­län­dern be­hal­ten wir vor­sich­ti­ge se­lek­ti­ve Stra­te­gie bei. Die Ein­trü­bung des Aus­blicks für den IT-Sek­tor hat uns be­wo­gen, uns aus tai­wa­ne­si­schen Ak­ti­en zu­rück­zu­zie­hen und nur un­se­re Kauf­emp­feh­lung für Chi­na und Süd­ko­rea auf­recht­zu­er­hal­ten. Für den Nik­kei 225 scheint sich die Schwä­che des Yens wei­ter aus­zu­zah­len, die Ex­por­te pro­fi­tie­ren.

Fi­nanz­ti­tel pro­fi­tie­ren

Fi­nanz­ti­tel pro­fi­tie­ren eu­ro­pa­weit von ge­lo­cker­ten Fi­nanz­re­geln. Die Auf­se­her des Bas­ler Aus­schus­ses mach­ten am Sonn­tag­abend ei­nen Rück­zie­her: Eu­ro­pas Ban­ken sol­len De­ri­va­te wie Ak­ti­en­op­tio­nen oder Wa­ren­ter­min­ge­schäf­te mit deut­lich we­ni­ger Ei­gen­ka­pi­tal ab­si­chern als bis­lang be­ab­sich­tigt.

Zwar grei­fen die ge­plan­ten Re­ge­län­de­run­gen erst 2018, aber schon jetzt be­sche­ren sie ge­ra­de eu­ro­päi­schen Fi­nanz­ti­teln ei­nen mas­si­ven Auf­schwung. Dar­über hin­aus ver­wäs­ser­te die EU-Kom­mis­si­on die Be­stre­bun­gen für ein Trenn­ban­ken­sys­tem und das Ver­bot des Ei­gen­han­dels. An­ders, als es in der Ver­gan­gen­heit den An­schein hat­te, sol­len Vor­schlä­ge aus dem viel dis­ku­tier­ten Liika­nen Re­port nur ab­ge­schwächt Ein­gang fin­den. Eu­ro­päi­sche Ban­ken mit ei­nem ka­pi­tal­markt­in­ten­si­ven Ge­schäfts­mo­dell wer­den so­mit vor al­lem ge­gen­über Gross­bri­tan­ni­en und den USA wie­der wett­be­werbs­fä­hi­ger. Stär­ke­re Be­schrän­kun­gen wur­den da­ge­gen für den Hoch­fre­quenz- und Roh­stoff­han­del in der EU be­schlos­sen, aber auch das Fed er­wägt, den Han­del und die La­ge­rung von Roh­stof­fen durch die Ban­ken zu be­gren­zen.

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