Deut­sche Bank ver­langt Ge­duld

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Die Deut­sche Bank ist un­ter den Uni­ver­sal­ban­ken mit gros­sen In­vest­ment­ban­ken be­son­ders ge­for­dert, wie die Jah­res­er­geb­nis­se zei­gen. Co-Chef Ans­hu Jain bat da­her an der Te­le­fon­kon­fe­renz mit In­ves­to­ren und Ana­lys­ten am Mon­tag um Ge­duld. 2013 sei das zwei­te Jahr des Um­baus der Bank, wie ihn die Stra­te­gie 2015 vor­sieht.

Ge­mes­sen an den Kenn­grös­sen Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te, Kos­ten-Er­trags-Ver­hält­nis und Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te ist die Bank tat­säch­lich noch weit vom Ziel ent­fernt. Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te (CET1) von 9,7% ist dank Ka­pi­tal­er­hö­hung und Ge­winn schon na­he an der Ziel­grös­se von min­des­tens 10%. Das Kos­ten-Er­trags­ver­hält­nis liegt mit 87% je­doch weit über der an­ge­streb­ten Grös­se von un­ter 65% und die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te nach Steu­ern mit 2% erst recht (Ziel: über 12%).

Jain ist aber zu­ver­sicht­lich, die Zie­le zu er­rei­chen. Er be­ton­te, die wei­ter­ge­führ­ten Ein­hei­ten hät­ten 8,4 Mrd. € Ge­winn vor Steu­ern und sämt­li­chen Son­der­ef­fek­ten er­zielt, so­viel wie seit 2006 nicht mehr. Die­je­ni­gen Grös­sen, die er und die Ge­schäfts­füh­rung be­ein­flus­sen könn­ten, wür­den den rich­ti­gen Trend zei­gen. Da­mit sind die Kos­ten­ein­spa­run­gen ge­meint. Bis En­de 2013 sind be­reits Er­spar­nis­se von 2,1 Mrd. € her­aus­ge­holt wor­den, fast die Hälf­te der an­ge­streb­ten Re­duk­ti­on von 4,5 Mrd. € p. a.

Schwie­ri­ger als er­war­tet ist je­doch das Um­feld. Zum Bei­spiel ist der An­spruch an die Bi­lanz­stär­ke ge­stie­gen, in­dem die Re­gu­la­to­ren die An­for­de­run­gen an die Le­ver­a­ge Ra­tio, die das Ei­gen­ka­pi­tal ins Ver­hält­nis zur Bi­lanz­sum­me setzt, ver­schärft ha­ben. Die­se Be­stim­mung nö­tigt die Bank, die Bi­lanz ag­gres­si­ver zu kür­zen. Zwar weist die Bank ei­ne Le­ver­a­ge Ra­tio nach eu­ro­päi­scher Be­mes­sung von 3,1% aus, was ei­ne Ver­bes­se­rung ge­gen­über dem Vor­jahr be­deu­tet. Die neue Bas­ler Min­dest­quo­te von 3% wird da­mit aber noch nicht er­reicht.

Eben­falls an­ders als er­war­tet ent­wi­ckeln sich die Fi­nanz­märk­te. Der Han­del mit Zins­pro­duk­ten (Fi­xed In­co­me), die Stär­ke der In­vest­ment­bank-Ab­tei­lung, war 2013 für al­le Kon­kur­ren­ten schwach. Deut­sche Bank aber hat bis­her den gröss­ten Er­trags­ein­bruch im vier­ten Quar­tal 2013 aus­ge­wie­sen (vgl. Haupt­text). Die Ana­lys­ten von Mor­gan St­an­ley er­war­ten, der Er­trag in die­sem Ge­schäft wer­de auch 2014 sin­ken, was Deut­sche Bank und Bar­clays – bei­des Ban­ken aus Eu­ro­pa –, auf Zins­pro­duk­te spe­zia­li­siert und punk­to Le­ver­a­ge Ra­tio un­ter Druck, wei­ter her­aus­for­dern wer­de.

Die Re­ka­li­brie­rung der Deut­schen Bank ist noch kei­ne Er­folgs­ge­schich­te, die Un­wäg­bar­kei­ten sind gross. Ge­duld ist das ei­ne, Mut zum Ri­si­ko das an­de­re.

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