Ga­le­ni­ca ver­fehlt Er­war­tun­gen

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - DF

Die Ber­ner Ge­sund­heits­grup­pe Ga­le­ni­ca hat den Um­satz im ver­gan­ge­nen Jahr le­dig­lich 2% auf 3359 Mio. Fr. ge­stei­gert. Ana­lys­ten hat­ten im Durch­schnitt mit ei­ner kon­zern­wei­ten Zu­nah­me von gut 3% auf 3400 Mio. Fr. ge­rech­net. Auf der Ge­schäfts­ent­wick­lung las­te­te ein­mal mehr der in der Be­lie­fe­rung von Schwei­zer Apo­the­ken und Arzt­pra­xen ak­ti­ve Lo­gis­tik­be­reich, wo tie­fe­re Me­di­ka­men­ten­prei­se das Wachs­tum auf 0,8% be­schränk­ten. Im ei­ge­nen Apo­the­ken­ge­schäft (Re­tail) er­höh­te Ga­le­ni­ca den Um­satz vor al­lem dank neu­er Stand­or­te 4,8%. Be­rei­nigt um zu­sätz­li­che Fi­lia­len er­reich­te das Wachs­tum 1,6%, was ge­mäss Un­ter­neh­men über der auf 1% ge­schätz­ten Markt­ex­pan­si­on liegt.

In der ge­mes­sen am Um­satz dritt­gröss­ten Spar­te, dem Ver­kauf von ei­ge­nen Me­di­ka­men­ten (Phar­ma), stei­ger­te Ga­le­ni­ca die Ein­nah­men zwar 4,6% auf 662,7 Mio. Fr., doch hat­ten Ana­lys­ten im Durch­schnitt ei­ne Zu­nah­me von fast 8% er­war­tet. Das äl­te­re Ei­sen­prä­pa­rat Ven­o­fer er­litt ei­nen Um­satz­rück­gang von bei­na­he 10% auf 128,8 Mio. Fr. Ne­ben Preis­sen­kun­gen drück­te die Kon­kur­renz von so­ge­nann­ten ISS-Prä­pa­ra­ten (Iron Su­cro­se Si­mi­lars, ISS) auf den Ab­satz. Ein Teil der Ein­nah­men ging auch an das neue­re Ga­le­ni­ca-Pro­dukt Fe­rin­ject ver­lo­ren. Fe­rin­ject er­ziel­te mit 158,2 Mio. Fr. (+24,5%) erst­mals mehr Um­satz als Ven­o­fer. Al­ler­dings wur­de die Wachs­tums­ra­te des Vor­jahrs von fast 50% bei Wei­tem nicht mehr er­reicht.

Das Phar­ma­ge­schäft ist mit Ab­stand der wich­tigs­te Er­trags­brin­ger von Ga­le­ni­ca. Rund 80% des Be­triebs­ge­winns (Ebit) stam­men von hier. Vor die­sem Hin­ter­grund über­rascht nicht, dass die Ga­le­ni­ca-Ak­ti­en am Di­ens­tag er­neut un­ter Ab­ga­be­druck stan­den und 1% auf un­ter 880 Fr. nach­ga­ben. Ge­gen­über dem vor zwei Wo­chen er­reich­ten All­zeit­hoch von 945 Fr. be­trägt der Ver­lust mitt­ler­wei­le 7%. Für die Ti­tel, die 2013 noch fast 70% vor­ge­rückt sind, ist die Luft dünn ge­wor­den. Auf Ba­sis der FuW-Ge­winn­schät­zung für 2014 von 47 Fr. je Ak­tie er­gibt sich ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 19. Das ver­zeiht kaum Ent­täu­schun­gen.

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