Vom Ble­nio­tal an den Kö­nigs­hof zu Rom

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT -

Die Schwei­zer Ban­ken mö­gen im­mer un­ver­schwie­ge­ner wer­den, doch an­de­re tra­di­ti­ons­rei­che Zwei­ge der hie­si­gen Wirt­schaft ver­lei­hen den Kli­schees un­ver­dros­sen Sub­stanz: die Uh­ren­in­dus­trie et­wa, die Scho­ko­la­de­her­stel­lung des­glei­chen. Ne­ben den Ti­ta­nen Nest­lé und Lindt & Sprüng­li gibt es hier­zu­lan­de noch die­sen und je­nen Be­trieb, der den Ruf der Schweiz als Scho­ko-Gross­macht stützt.

Et­wa Ma­e­s­tra­ni. Der Ahn­va­ter die­ses Na­mens, sein Sohn – der Grün­der­va­ter – so­wie wie­der­um des­sen drei Ju­nio­re wa­ren Meis­ter ih­res Fachs. Es be­gann vor rund 200 Jah­ren, im Tes­si­ner Wei­ler Aqui­la – nicht das En­de der Welt, doch se­hen kann man’s von dort aus. Ein Gi­u­sep­pe Ma­e­s­tra­ni zog, wie vie­le jun­ge Leu­te aus dem kar­gen Ble­nio­tal, in die Lom­bar­dei, um das Hand­werk des Cho­co­la­tiers zu er­ler­nen. Per­so­nen­frei­zü­gig­keit auf den Ar­beits­märk­ten war üb­lich, die Schweiz war ein Aus­wan­de­rungs­land. Ma­e­s­tra­ni mach­te sich selb­stän­dig und führ­te in den 1820er Jah­ren in Lu­ga­no ei­ne ei­ge­ne Her­stel­lung mit Ver­kaufs­la­den.

Zum In­dus­tri­el­len ent­wi­ckel­te sich Gi­u­sep­pe nicht, da­ge­gen sein Sohn Lu­do­vi­co Aqui­li­no Ma­e­s­tra­ni, und mit Ver­ve. Der half zu Hau­se früh tüch­tig aus und eig­ne­te sich da­nach in lan­gen Lehr- und Wan­der­jah­ren gros­ses Wis­sen über Scho­ko­la­de an. 1852 liess sich Aqui­li­no, wie er – Zu­kunft braucht Her­kunft – ge­nannt wur­de, in Lu­zern nie­der und er­öff­ne­te dort ein ei­ge­nes Ge­schäft: Das war die Ge­burts­stun­de der heu­te noch flo­rie­ren­den Ge­sell­schaft Ma­e­s­tra­ni.

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