Un­ter­wegs zur Su­per­bla­se?

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - TM

Bei der Prä­sen­ta­ti­on des jähr­li­chen UBS Re­al Esta­te Fo­cus mach­te Clau­dio Sa­pu­tel­li, He­ad Glo­bal Re­al Esta­te Re­se­arch, ei­nes klar: Die Preis­trei­ber am Markt für Wohn­im­mo­bi­li­en in der Schweiz sind in­takt. En­de Jahr hät­ten sich die Ren­di­ten zwar nach oben ge­streckt, doch sei das nicht neu. 2013 sei ge­ra­de­zu ge­prägt ge­we­sen von de­kla­rier­ten Zins­wen­den. Den­noch sei­en die Sät­ze da­nach wie­der ge­sun­ken. Ähn­lich sieht es beim zwei­ten Trei­ber des Booms aus: Seit In­kraft­tre­ten der Per­so­nen­frei­zü­gig­keit 2007 mit der EU be­trug die Zu­wan­de­rung ho­he 1%. Selbst wenn die Ein­wan­de­rungs­initia­ti­ve an­ge­nom­men wür­de, ist nicht un­mit­tel­bar mit ei­nem ab­rup­ten Nach­fra­ge­ab­fall zu rech­nen. Ei­ne har­te Lan­dung dürf­te zu­dem von der Re­ak­ti­on des An­ge­bots ver­hin­dert wer­den.

Wie geht es wei­ter? Die Be­wer­tun­gen er­klim­men stän­dig neue Höchst. Die Prei­se stei­gen zwar we­ni­ger, in ein­zel­nen Hots­pots sind sie gar leicht ge­sun­ken. Doch sie stei­gen nach wie vor mehr als Haus­halts­ein­kom­men, Mie­ten und Kon­su­men­ten­prei­se. Und: Das Preis­wachs­tum in den Rand­re­gio­nen hat sich be­schleu­nigt. UBS nennt drei Sze­na­ri­en. Ers­tens ei­ne kal­te Ent­wer­tung, wo die In­fla­ti­on die Im­mo­bi­li­en­preis­stei­ge­rung weg­frisst, wie et­wa in Deutsch­land zwi­schen 1995 und 2010. In der Schweiz müss­ten da­zu bei an­hal­ten­der Bau­tä­tig­keit Ein­wan­de­rung und Konjunktur deut­lich nach­las­sen. Zwei­tens: Ei­ne heisse Ent­wer­tung wie in den Neun­zi­ger­jah­ren in der Schweiz oder zu­letzt in Spa­ni­en und den USA. Doch der Bau­sek­tor sei hier­zu­lan­de nicht auf­ge­bläht, schreibt UBS, Evi­denz für ei­ne spe­ku­la­ti­ons­ge­trie­be­ne Preis­bla­se feh­le. Und ei­ne Ver­teue­rung der Kre­di­te ist nicht in Sicht. Die Schweiz könn­te da­her drit­tens mit­tel­fris­tig dem Bei­spiel Nor­we­gens fol­gen, wo die Im­mo­bi­li­en­prei­se seit zwan­zig Jah­ren stei­gen: ei­ne Su­per­kom­pen­sa­ti­on.

Doch UBS warnt: Lang­fris­tig wür­de so ein enor­mes Ge­fah­ren­po­ten­zi­al auf­ge­baut. Ei­ne US-Stu­die zeigt, dass es lang­fris­tig kaum rea­le Wert­stei­ge­run­gen bei Ei­gen­hei­men gibt. Das heisst: Je län­ger sie sich über die In­fla­ti­on hin­aus ver­teu­ern, des­to grösser wird die Kor­rek­tur auf das lang­jäh­ri­ge Mit­tel ir­gend­wann sein. Ge­mäss UBS fal­len die Wür­fel 2014. Noch heu­er wer­de sich zei­gen, ob der ak­tu­el­le leich­te Ver­lust an Dy­na­mik in ei­ne Kor­rek­tur mün­det oder in die Su­per­kom­pen­sa­ti­on.

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