Warn­ruf aus dem Fal­ken­horst

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CG

No­ten­ban­ker drü­cken sich meist va­ge und ver­klau­su­liert aus. Um­so er­fri­schen­der ist der Ton, den Richard Fis­her an­schlägt. Der Prä­si­dent der Di­strikt­no­ten­bank Dal­las ist im Gre­mi­um des Fe­deral Re­ser­ve die­ses Jahr stimm­be­rech­tigt und zählt zu den we­ni­gen Fal­ken. Er ver­tritt al­so bei der In­fla­ti­ons­be­kämp­fung ei­ne har­te Li­nie und hat das schon oft klar­ge­macht. Noch nie hat ein Mit­glied des Fed-Vor­sit­zes aber so deut­lich die ul­tra­lo­cke­re Geld­po­li­tik kri­ti­siert wie Fis­her in sei­ner jüngs­ten Re­de.

«Wir ha­ben ein be­rau­schen­des Ge­bräu pro­du­ziert», warn­te Fis­her an ei­ner Kon­fe­renz in Dal­las. Die su­per­tie­fen Zin­sen hät­ten ei­ne Wir­kung wie Bier: «Un­ter dem Ein­fluss frei flies­sen­der Li­qui­di­tät se­hen die Din­ge meist bes­ser aus», mein­te er. So wür­den im­mer mehr Un­ter­neh­men Ak­ti­en­rück­käu­fe und Di­vi­den­den­aus­schüt­tun­gen mit bil­li­gen Schul­den fi­nan­zie­ren, was die Bör­sen­kur­se sti­mu­lie­re. Auch sei­en Be­wer­tungs­kri­te­ri­en wie die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung ge­mes­sen am BIP auf das Ni­veau der In­ter­net-Bla­se ge­stie­gen. «Um im Sek­tor für not­lei­den­de Kre­di­te ein at­trak­tiv be­wer­te­tes Un­ter­neh­men zu fin­den, müss­te ich Sher­lock Hol­mes an­heu­ern», führ­te Fis­her wei­ter aus.

Sor­gen macht sich der Chef des Dal­las-Fed eben­so um die Bi­lanz der No­ten­bank. Sie ist seit En­de 2008 von knapp 900 auf gi­gan­ti­sche 4000 Mrd. $ an­ge­schwol­len. Den Weg zu­rück zur Nor­ma­li­tät zu fin­den, sei nun so schwie­rig, wie ein Ka­mel durchs Na­del­öhr zu brin­gen, fürch­tet Fis­her. Er hof­fe des­halb, dass sich sei­ne Kol­le­gen im Fe­dVor­sitz jetzt an das «Ers­te Ge­setz der Lö­cher» hal­ten. Es wur­de einst vom bri­ti­schen Pre­mier De­nis Hea­ley for­mu­liert und lau­tet: «Wenn Du in ei­nem Loch steckst, hör auf zu gra­ben.»

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