Chi­nas Schul­den­pro­blem

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - THO­MAS HÄR­TER,

Sge­gen­über Vor­jahr 7,7% und so­mit mi­ni­mal mehr als die Kon­sen­sus­er­war­tun­gen. Al­ler­dings hat­te das chi­ne­si­sche Brut­to­in­land­pro­dukt (BIP) im drit­ten Quar­tal noch 7,8% zu­ge­nom­men. Die In­dus­trie­pro­duk­ti­on der Volks­re­pu­blik ging im De­zem­ber auf 7,7% zu­rück, nach 13,7% im No­vem­ber. Der Ein­zel­han­dels­um­satz sank eben­falls leicht von 13,7 auf 13,6%. Die­se Zah­len al­lein sind je­doch kein Grund für Pes­si­mis­mus.

We­sent­lich ge­fähr­li­cher sind die enorm ho­hen In­ves­ti­ti­ons­quo­ten, die Fi­nanz­pro­ble­me der Re­gio­nen und Staats­be­trie­be und vor al­len Din­gen die Pro­ble­me, die im Be­reich des Sha­dow Ban­king ver­steckt und da­her nicht zu be­ur­tei­len sind. Der kurz­fris­ti­ge Re­po­satz, den man als Fie­ber­mes­ser kurz­fris­ti­ger Fi­nan­zie­rungs­pro­ble­me in­ter­pre­tie­ren kann, stieg am Mon­tag noch­mals um 50 Ba­sis­punk­te (Bp) auf 9%.

Grund dürf­te ne­ben der Wirt­schafts­la­ge das chi­ne­si­sche Neu­jahrs­fest am 31. Ja­nu­ar sein, bei dem tra­di­tio­nell vie­le Geld­ge­schen­ke ge­macht wer­den. Die Zen­tral­bank sah sich so schliess­lich zum Ge­gen­steu­ern ge­zwun­gen und be­gann mit ei­ner gross­zü­gi­ge­ren Li­qui­di­täts­ver­sor­gung den An­stieg der Geldmarktsätze zu be­kämp­fen. 255 Mrd. Yuan (42 Mrd. $) wur­den in Form ei­ner stän­di­gen Ein­la­gen­fa­zi­li­tät zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Ho­he In­ves­ti­ti­ons­quo­ten und Schat­ten­ban­ken we­cken Be­sorg­nis

or­gen um das Wachs­tum in Chi­na be­las­te­ten zwi­schen­zeit­lich die asia­ti­schen Märk­te. Chi­nas Wirt­schaft wuchs im vier­ten Quar­tal

Miss­trau­en

Die tie­fen Be­wer­tun­gen chi­ne­si­scher Ban­ken sind ein deut­li­ches Si­gnal der Markt­teil­neh­mer, dass ho­he künf­ti­ge Ab­schrei­ber ei­ne ho­he Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit ha­ben. Mit an­de­ren Wor­ten, der Markt traut den Bi­lan­zen der chi­ne­si­schen Ban­ken nicht über den Weg. Die Hoff­nung bleibt, dass die an­ge­kün­dig­ten weit­ge­hen­den Struk­tur­re­for­men auch um­ge­setzt wer­den. Zu­min­dest kurz­fris­tig sorg­te die Li­qui­di­täts­sprit­ze der chi­ne­si­schen Zen­tral­bank für gu­te Stim­mung an den asia­ti­schen Bör­sen. Der Shang­hai Com­po­si­te stieg um 0,64% auf 2004, der vier­zehn­tä­gi­ge Re­po­satz sank 300 Ba­sis­punk­te (Bp). We­nig über­ra­schend leg­ten die Fi­nanz­ti­tel am meis­ten zu.

In den USA wie­sen rund 60% der S&P-Fir­men im vier­ten Quar­tal ei­nen bes­se­ren Um­satz aus als er­war­tet. Die Bau­be­gin­ne sind we­ni­ger stark ge­sun­ken als an­ge­nom­men. Auch die Erst­an­trä­ge auf Ar­beits­lo­sen­hil­fe und der Ein­zel­han­dels­um­satz über­rasch­ten po­si­tiv. So wur­den die Er­war­tun­gen, dass die US-No­ten­bank ih­re geld­po­li­ti­schen wei­ter Stüt­zungs­mass­nah­men zu­rück­fah­ren wird, be­kräf­tigt. Der Dol­lar be­kam Auf­trieb.

Nor­ma­li­sie­rungs­ängs­te

Auf­grund an­hal­ten­der geld­po­li­ti­scher Nor­ma­li­sie­rungs­ängs­te und län­der­spe­zi­fi­scher Ne­ga­ti­ve­r­eig­nis­se stan­den spie­gel­bild­lich zur Dol­lar­stär­ke di­ver­se Schwel­len­län­der­wäh­run­gen un­ter ho­hem Ab­ga­be­druck, vor al­len Din­gen tür­ki­sche Li­ra und Rand. Die De­vi­sen­märk­te he­gen der­zeit ei­ne be­son­de­re Aver­si­on ge­gen­über Schwel­len­län­der­wäh­run­gen mit ei­nem ho­hen Leis­tungs­bi­lanz­de­fi­zit. Kä­me es tat­säch­lich zu wei­te­ren Zins­an­stie­gen in den USA, könn­te ei­ne aus­ge­wach­se­ne Zah­lungs­bi­lanz­kri­se der Schwel­len­län­der in Gang ge­setzt wer­den.

Moo­dy’s stuf­te die Kre­dit­wür­dig­keit von Ir­land von Ba1 auf Baa3 hoch. Da­mit be­fin­det sich Ir­land nun nach Ein­schät­zung al­ler drei gros­sen Ra­ting­agen­tu­ren wie­der im Be­reich An­la­ge­qua­li­tät (IG). Be­grün­det wur­de die Her­auf­stu­fung mit der vor­erst er­folg­rei­chen Be­en­di­gung des Hilfs­pro­gramms der EU und des Wäh­rungs­fonds. Stan­dard and Poor’s (S&P) und Fitch hat­ten Ir­land schon frü­her wie­der auf IG an­ge­ho­ben. Moo­dy’s hat­te Ir­land am 12. Ju­li 2011 als Re­ak­ti­on auf die da­zu­mal sehr ho­hen Cre­dit Spreads her­ab­ge­stuft.

S&P hat das BB-Ra­ting für Por­tu­gal be­stä­tigt. Die Kre­dit­auf­schlä­ge der pe­ri­phe­ren An­lei­hen wa­ren denn auch we­nig über­ra­schend wei­ter rück­läu­fig, zu­mal der Nach­rich­ten­fluss auf ei­ne Fort­set­zung der jüngst ein­ge­lei­te­ten Kon­ver­genz hin­deu­tet. Die Auf­trags­ein­gang der ita­lie­ni­schen In­dus­trie über­rasch­te mit ei­nem Plus von 3% po­si­tiv. Er­war­tet wor­den war nur ein An­stieg von 1,5%.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.