Es herrscht Par­ty­stim­mung

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - STE­PHAN KUHN­KE,

An den Ob­li­ga­tio­nen­märk­ten herrscht der­zeit Par­ty­stim­mung. Die seit An­fang des Jah­res bei na­he­zu al­len An­lei­hen­seg­men­ten zu ver­zeich­nen­den Kurs­a­van­cen ha­ben sich auch in den ver­gan­ge­nen Ta­gen fort­ge­setzt. In­ves­to­ren in Schwei­zer «Eid­ge­nos­sen», Pfand­brie­fen und Eu­ro­staats­an­lei­hen wie auch in Un­ter­neh­mens­an­lei­hen konn­ten sich über wei­te­re Kurs­zu­schrei­bun­gen freu­en.

Al­len vor­an ha­ben da­bei Staats­e­mis­sio­nen der Re­pu­blik Ir­land von der am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Her­auf­stu­fung der Bo­ni­tät des Lan­des durch Moo­dy’s von Ba1 auf Baa3 pro­fi­tiert. Ir­land wird da­mit erst­mals seit sei­ner Her­ab­stu­fung im Ju­li 2011 von den drei füh­ren­den Ra­ting­agen­tu­ren Moo­dy’s, Stan­dard & Poor’s (S&P) und Fitch wie­der ein­heit­lich im Seg­ment An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de) ein­ge­stuft, was den Kreis po­ten­zi­el­ler In­ves­to­ren er­wei­tert und zu fal­len­den Ren­di­te­auf­schlä­gen von 5 bis 15 Ba­sis­punk­ten (Bp) ge­führt hat. In der Fol­ge san­ken die Ren­di­ten iri­scher Staats­an­lei­hen bei zehn­jäh­ri­gen Fäl­lig­kei­ten auf 31⁄ – das nied­rigs­te Ni­veau seit Ja­nu­ar 2006.

Aber auch oh­ne Rü­cken­wind von den Ra­ting­agen­tu­ren ent­wi­ckel­ten sich Staats­ob­li­ga­tio­nen aus den Pe­ri­phe­rie­län­dern der Eu­ro­zo­ne aus­ser­or­dent­lich gut. So lan­cier­te Por­tu­gal En­de ver­gan­ge­ner Wo­che ei­ne fünf­jäh­ri­ge An­lei­he im Vo­lu­men von 3,25 Mrd. € bei ei­ner Ren­di­te von 4,65%, was ei­nem Ren­di­te­auf­schlag von nur noch 330 Bp ge­gen­über dem Swap­satz ent­spricht.

Por­tu­gal setzt sei­nen Sie­ges­zug al­so fort: Al­lein seit Jah­res­en­de sum­miert sich der Ren­di­te­rück­gang bei mitt­le­ren Lauf­zei­ten auf über 100 Bp. Spie­gel­bild­lich da­zu kön­nen sich In­ves­to­ren über Kurs­ge­win­ne in der Grös­sen­ord­nung von über 5% freu­en.

Ein En­de die­ser fast schon eu­pho­ri­schen Stim­mung ist – zu­min­dest vor­erst – nicht ab­zu­se­hen. Zu gross ist das Heer der nach aus­kömm­li­cher Ren­di­te su­chen­den In­ves­to­ren. Al­ler­dings könn­te die für nächs­te Wo­che an­ste­hen­de Ent­schei­dung der US-No­ten­bank (Fed) über ei­ne wei­te­re Rück­füh­rung ( Ta­pe­ring) des An­lei­hen­kauf­pro­gramms tem­po­rär für er­höh­te Schwan­kun­gen an den Ob­li­ga­tio­nen­märk­ten sor­gen.

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