Li­feWatch-VR im Ner­ven­krieg mit Ak­tio­nä­ren

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Knapp ei­ne Wo­che vor der Ge­ne­ral­ver­samm­lung lie­gen die Ner­ven des Ver­wal­tungs­rats von Li­feWatch blank. Der Vor­sit­zen­de Ken­neth Me­la­ni und sein Stell­ver­tre­ter Urs Wett­stein so­wie CEO Ja­cov Ge­va be­fürch­ten, die Kon­trol­le im Auf­sichts­gre­mi­um der Tele­me­di­zin­ge­sell­schaft an ei­ne Grup­pe un­zu­frie­de­ner Ak­tio­nä­re zu ver­lie­ren. Die Ak­tio­närs­grup­pe for­dert ne­ben der Wie­der­wahl ih­rer be­ste­hen­den zwei Ver­tre­ter Patrick Schild­knecht und Tho­mas Rüh­le den Ein­sitz zwei­er wei­te­rer Re­prä­sen­tan­ten, Ste­phan Rie­ti­ker und An­toi­ne Hubert.

In ei­nem drei­sei­ti­gen, eng be­schrie­be­nen Brief an die Ak­tio­nä­re warnt VR-Präsident Me­la­ni ein­dring­lich vor den Fol­gen ei­nes «Kon­troll­wech­sels». Der Ge­sell­schaft droh­ten «ei­ne Zer­set­zung in der Be­leg­schaft und ein Zu­sam­men­bruch der er­reich­ten Schwung­kraft beim Markt­zu­gang». Dem Schrei­ben bei­ge­legt ist der Brief ei­nes Pri­vat­an­le­gers, der die In­te­gri­tät der Kan­di­da­ten Rie­ti­ker und Hubert in Zwei­fel zieht. Da­mit nicht ge­nug: Li­feWatch plant, er­neut bei der Bun­des­an­walt­schaft (BA) vor­stel­lig zu wer­den, um ih­rer For­de­rung nach ei­ner Straf­un­ter­su­chung we­gen In­si­der­han­dels und Kurs­ma­ni­pu­la­ti­on ge­gen die VR-Kan­di­da­ten Schild­knecht und Rie­ti­ker so­wie zwei wei­te­re Mit­glie­der der Ak­tio­närs­grup­pe, Mar­tin Eber­hard und Pa­trik Ring­ler, Nach­druck zu ver­lei­hen.

Im ers­ten An­lauf woll­te die BA auf die be­reits im Sep­tem­ber 2013 ein­ge­reich­te An­zei­ge nicht ein­tre­ten. Der VR er­hofft sich dank dem Kurs­sprung von Mit­te Wo­che nun mehr Ge­hör. Jetzt, wo die Ak­ti­en we­gen der An­kün­di­gung ei­ner stra­te­gi­schen Part­ner­schaft in Chi­na für das neue Smart­pho­ne von Li­feWatch über 20% zu­ge­legt hät­ten, sei de­fi­ni­tiv klar, wel­che Vor­tei­le sich Schild­knecht und Eber­hard durch ih­ren vor­zei­ti­gen Wis­sens­er­werb über das Pro­dukt ver­schafft hät­ten, sagt ein Spre­cher des Un­ter­neh­mens. In der An­zei­ge­schrift, die FuW vor­liegt, wer­den die Vor­wür­fe auf über ein­hun­dert Sei­ten the­ma­ti­siert. Ein Spre­cher der Ak­tio­närs­grup­pe äus­sert sich der­weil ge­las­sen. Die An­schul­di­gun­gen sei­en nicht neu.

Li­feWatch bricht nach Chi­na auf.

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