Di­ver­si­fi­ka­ti­on drängt sich auf

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DF

Die Po­si­ti­on des Kon­zern­chefs von Ro­che, Se­ve­rin Schwan, ist vor­der­grün­dig benei­dens­wert kom­for­ta­bel. Der Phar­ma­rie­se hat sich im lu­kra­ti­ven Ge­schäft mit Krebs­me­di­ka­men­ten ei­ne füh­ren­de Po­si­ti­on ver­schafft. Wäh­rend der letz­ten drei Jah­re er­teil­te die US-Ge­sund­heits­be­hör­de FDA fünf neu­en On­ko­lo­gie­pro­duk­ten der Bas­ler die Markt­be­wil­li­gung. Dank die­ser gut ge­öl­ten Ma­schi­ne­rie ist weit­ge­hend ga­ran­tiert, dass Ro­che in den nächs­ten Jah­ren über dem Markt­durch­schnitt wächst. An­ders als bei­spiels­wei­se No­var­tis hat Ro­che zu­dem bis auf Wei­te­res kaum mit der Kon­kur­renz durch Ge­ne­ri­ka zu kämp­fen.

Auf den Lor­bee­ren aus­ru­hen kann sich aber auch der seit 2008 am­tie­ren­de Ro­che-CEO nicht. Die Er­folgs­se­rie in der Ent­wick­lung von Krebs­me­di­ka­men­ten kon­tras­tiert auf­fäl­lig mit ei­ner Häu­fung von Fehl­schlä­gen in an­de­ren The­ra­pie­ge­bie­ten. Die Flops rei­chen von der Neu­ro­lo­gie, über den Dia­be­tes­be­reich bis hin zur Be­hand­lung von He­pa­ti­tis C, wo Ro­che ih­re jahr­zehn­te­lan­ge Do­mi­nanz preis­zu­ge­ben ris­kiert.

Je we­ni­ger der Kon­zern aus­ser­halb der On­ko­lo­gie vor­an­kommt, des­to mehr nimmt er ein Klum­pen­ri­si­ko im Ver­kauf von Krebs­prä­pa­ra­ten in Kauf. In der On­ko­lo­gie steigt zu­dem der Wett­be­werbs­druck, weil sich fast al­le grös­se­ren Phar­ma­un­ter­neh­men und ein Heer von Bio­tech-Ge­sell­schaf­ten auf die­sen Be­reich ein­schies­sen. Mit dem de­si­gnier­ten VRPrä­si­den­ten Chris­toph Franz er­hält Schwan ei­nen neu­en Chef. Gut mög­lich, dass der bis­he­ri­ge Luft­han­sa-CEO und Bran­chenouts­ider ei­ne stär­ke­re Di­ver­si­fi­ka­ti­on von Ro­che an­mahnt.

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