Ra­di­ka­ler durch­grei­fen

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - TH

Zu­rich In­suran­ce hat im ver­gan­ge­nen Jahr zwei von vier Fi­nanz­zie­len ver­passt. Die Vor­ga­ben, die Kon­zern­chef Mar­tin Senn mit dem Amts­an­tritt 2010 zu­sam­men mit sei­nem Lei­tungs­team er­ar­bei­tet und kom­mu­ni­ziert hat­te, ent­pupp­ten sich als zu hoch ge­steckt. Er­kenn­bar wur­de, dass der Schwei­zer Ver­si­che­rer zwar gut, aber nicht mehr bes­ser ar­bei­tet als we­sent­li­che in­ter­na­tio­na­le Wett­be­wer­ber wie Al­li­anz, Axa und Ge­ne­ra­li. Weil In­ves­to­ren in­ner­halb des Sek­tors um­schich­te­ten, ent­wi­ckel­ten sich die Zu­rich-Pa­pie­re 2013 weit un­ter­durch­schnitt­lich. Die zu­vor lan­ge Jah­re ver­tei­dig­te Be­wer­tungs­prä­mie ist da­mit ver­lo­ren ge­gan­gen.

Für den Zei­t­raum bis 2016 hat Senn zu­sam­men mit der Kon­zern­lei­tung leicht mo­de­ra­te­re Zie­le ge­fasst. Von den Un­ter­neh­mens­be­rei­chen wird den­noch ver­langt, über die Drei­jah­res­pe­ri­ode freie Mit­tel von ku­mu­liert min­des­tens 9 Mrd. $ zu er­ar­bei­ten. Die Sum­me reicht, um die im Bran­chen­ver­gleich ho­he Aus­schüt­tung von 17 Fr. je Ak­tie wei­ter­hin zu zah­len ( Jah­res­sum­me von rund 2,8 Mrd. $). Al­ler­dings müs­sen dem Kon­zern rasch meh­re­re Op­ti­mie­run­gen ge­lin­gen, denn ein Drit­tel des Kon­zern­ka­pi­tals ist in we­nig ren­ta­blen Ak­ti­vi­tä­ten ge­bun­den. Senn hat nun ra­di­ka­ler als in den Jah­ren der Er­folgs­ver­wöhnt­heit vor­zu­ge­hen: im An­ge­bot se­lek­ti­ver, im Ver­trieb dif­fe­ren­zier­ter und in der Er­trags­ori­en­tie­rung kon­se­quen­ter. Die In­ves­to­ren wer­den je­des Quar­tal Be­wei­se ver­lan­gen, dass der Kon­zern die glo­ba­le Prä­senz, die di­ver­si­fi­zier­ten Er­trags­quel­len und die über­durch­schnitt­li­che Ka­pi­tal­aus­stat­tung wir­kungs­vol­ler nutzt.

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