Pi­lot­pro­jek­te für Strom­spei­cher

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - CC

Das Schwei­zer Gas­netz könn­te zum Ener­gie­spei­cher mu­tie­ren. An der Swiss­bau hat der Ver­band der Gas­in­dus­trie VSG vor­ge­stellt, wie über­schüs­si­ger Strom aus Son­ne und Wind in Gas um­ge­wan­delt wer­den kann. Ein Pi­lot­pro­jekt ist das Hy­bridwerk Aar­matt der Re­gio Energie So­lo­thurn in Zuch­wil. Ener­gie­net­ze für Strom, Gas und Fern­wär­me kom­men dort zu­sam­men und sol­len künf­tig im Aus­tausch ste­hen.

Die Bau­ar­bei­ten für das 10-Mio.-Fr.-Pro­jekt be­gan­nen im Mai 2013. Kern der An­la­ge ist ein Elek­tro­ly­ser, der Strom in Was­ser­stoff um­wan­delt. Der Was­ser­stoff wird dann me­tha­ni­siert (in syn­the­ti­sches Gas ge­wan­delt) oder bis zu ei­nem de­fi­nier­ten An­teil dem Gas­netz di­rekt zu­ge­führt. Spä­ter kann das syn­the­ti­sche Gas wie­der zur Strom­pro­duk­ti­on in Gas­kraft­wer­ken ge­nutzt wer­den, als Kraft­stoff oder in der In­dus­trie.

Die tech­ni­sche Mach­bar­keit ist ei­ne Fra­ge, die Ren­ta­bi­li­tät ei­ne an­de­re. «Wir su­chen der­zeit nach dem op­ti­ma­len Be­triebs­re­gime», sagt Mar­cel Rind­lis­ba­cher, Lei­ter Net­ze bei Re­gio Energie So­lo­thurn. Das Zu­sam­men­spiel der Net­ze wer­de in die­sem Jahr ge­mein­sam mit der Hoch­schu­le Lu­zern er­ar­bei­tet. «Auf Ba­sis der heu­ti­gen, tie­fen Strom­prei­se im Gross­han­del wä­re die An­la­ge nicht wirt­schaft­lich», er­klärt Rind­lis­ba­cher. Der Ein­satz der An­la­ge im Be­reich Re­gel­ener­gie dürf­te ei­ne wirt­schaft­lich span­nen­de Lö­sung sein. «Auch der kurz­fris­ti­ge Han­del, zur Lie­fe­rung am sel­ben Tag, wä­re ein An­satz», sagt er. Of­fen ist noch, ob Was­ser­stoff künf­tig be­steu­ert wer­den soll. Da­zu lau­fen der­zeit Ge­sprä­che.

Der Ver­sor­ger Eon hat ei­ne Po­wer-toGas-An­la­ge in Deutsch­land er­stellt. Das Pro­jekt Fal­ken­ha­gen kos­tet im Kern 5 Mio. € und ist seit 2013 in Be­trieb. «Ein sol­cher Spei­cher wird sich rech­nen, wenn es ein In­ter­es­se gibt, ihn ein­zu­set­zen», sagt Klaus Pe­ter Rött­gen, Lei­ter des In­no­va­ti­ons­zen­trums Ener­gie­spei­che­rung von Eon. Der­zeit müs­se die An­la­ge, die an ei­nen Wind­park an­ge­schlos­sen sei, die Ökostrom­ab­ga­be aus dem Er­neu­er­ba­re-Ener­gi­en-Ge­setz (EEG) zah­len. Oh­ne die Ab­ga­be wür­den laut Rött­gen zwei Drit­tel der Kos­ten ent­fal­len.

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