Pri­ckelnd

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - FH

Die Vor­freu­de der glo­ba­len Foot­bal­lFan­ge­mein­de steigt: Nur noch knapp ei­ne Wo­che, bis die US-Meis­ter­schaft zwi­schen den Den­ver Bron­cos und den Se­at­tle Sea­hawks ent­schie­den wird. Das all­jähr­li­che Fi­na­le (Su­per­bowl) hat sich schon vor ge­rau­mer Zeit zum be­gehr­ten Wer­be­me­di­um ent­wi­ckelt – was sich et­wa an den 4 Mio. $ ab­le­sen lässt, die in­zwi­schen für ei­nen 30-Se­kun­denFern­seh­spot be­zahlt wer­den müs­sen.

Auch So­da­st­ream (Nas­daq SO­DA, 38.51 $ am Don­ners­tag, 798 Mio. $ Bör­sen­wert) scheut kei­ne Mü­hen: Der An­bie­ter von Trink­was­ser­sprud­lern, mit de­nen sich zu Hau­se CO2-hal­ti­ge Ge­trän­ke selbst her­stel­len las­sen, be­schäf­tigt neu Scar­lett Jo­hans­son als Mar­ken­bot­schaf­te­rin – und hat mit dem Hol­ly­wood-Stern­chen ei­nen ex­klu­si­ven Su­per­bowl-Wer­be­spot ab­ge­dreht, der für gros­se Auf­merk­sam­keit sor­gen dürf­te.

So­da­st­ream hat drin­gend ei­ne Be­le­bung nö­tig. Denn letz­te Wo­che ver­lo­ren die Ak­ti­en in­ner­halb ei­nes Tages ein Vier­tel an Wert. Der für 2013 aus­ge­wie­se­ne Ge­winn von 52,5 Mio. $ ver­fehl­te die Ana­lys­ten­schät­zun­gen um über 10 Mio. $ und ent­täusch­te da­mit die Er­war­tun­gen das zwei­te Quar­tal in Fol­ge.

Doch trotz der jüngs­ten Schwä­che blei­ben die Aus­sich­ten für So­da­st­ream vor­teil­haft. Der Kon­zern baut auf ei­ne Ge­schäfts­stra­te­gie, die dem Ra­sie­rerK­lin­gen-Mo­dell nicht un­ähn­lich ist. Die Ge­winn­mar­gen der Trink­was­ser­sprud­ler sind re­la­tiv ge­ring, zie­hen aber wie­der­keh­ren­de Ein­nah­men mit sich. Da­zu ge­hö­ren der deut­lich ein­träg­li­che­re Ver­kauf aro­ma­ti­sie­ren­der Si­rups so­wie das Nach­fül­len der CO2-Zy­lin­der.

Im Kampf mit Co­ca-Co­la, Pep­si und Co. will So­da­st­ream vor al­lem mit den spe­zi­fi­schen Pro­dukt­stär­ken punk­ten: Kein müh­sa­mes Schlep­pen schwe­rer Ge­trän­ke­kis­ten, we­ni­ger pro­du­zier­ter Ab­fall und lang­fris­tig tie­fe­re Aus­ga­ben. In ein­zel­nen Län­dern wie Schwe­den hat die Pe­ne­tra­ti­ons­ra­te be­reits 25% al­ler Haus­hal­te er­reicht. Im US-Markt, der von So­da­st­ream zur­zeit be­son­de­re Be­ach­tung er­hält, be­trägt sie knapp 1%.

Für 2014 er­war­ten die Ana­lys­ten im Schnitt ei­nen Ge­winn pro Ak­tie von rund 2.70 $. Da­mit wei­sen So­da­st­ream nach dem jüngs­ten Kurs­sturz ein mo­de­ra­tes Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 14 auf, das an­ge­sichts der ho­hen Wachs­tums­ra­ten at­trak­tiv er­scheint.

Al­ler­dings muss es dem Ma­nage­ment bald ge­lin­gen, das Ana­lys­ten­ver­trau­en zu­rück­zu­ge­win­nen. Aus­ser­dem exis­tie­ren spe­zi­fi­sche Ri­si­ken: Zwar un­ter­sagt So­da­st­ream Dritt­par­tei­en, die CO2-Be­häl­ter zu be­fül­len. Doch hat der deut­sche Bun­des­ge­richts­hof die­se Pra­xis als Aus­nüt­zung ei­ner markt­be­herr­schen­den Stel­lung ein­ge­stuft und für den na­tio­na­len Markt un­ter­sagt. Das könn­te in an­de­ren Län­dern Schu­le ma­chen und da­mit ei­nen wich­ti­gen Ge­winn­trä­ger von So­da­st­ream be­ein­träch­ti­gen.

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