Ar­gen­ti­ni­ens Pe­so im Sturz­flug

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AT/PR

Der ar­gen­ti­ni­sche Pe­so ist am Don­ners­tag 20% ein­ge­bro­chen. Der of­fi­zi­el­le Kurs zum Dol­lar stieg auf ein Re­kord­hoch von 8.20 Pe­so/$. Auf dem Schwarz­markt be­trägt der Kurs nun 12.50 Pe­so/$. Die ar­gen­ti­ni­sche Zen­tral­bank hat wohl we­gen der schnel­len Ab­nah­me der Wäh­rungs­re­ser­ven den Pe­so seit Di­ens­tag nicht mehr ge­stützt. Die Re­ser­ven sind auf dem nied­rigs­ten Stand seit 2006. Ka­bi­netts­se­kre­tär Jor­ge Ca­pi­ta­nich er­klär­te: «Die Ab­wer­tung geht nicht vom Staat aus.» Der freie Markt sei im Spiel.

Die In­fla­ti­on wird nach in­of­fi­zi­el­len Schät­zun­gen für 2013 auf über 25% be­zif­fert. Oh­ne Stütz­käu­fe der Zen­tral­bank steigt die Wahr­schein­lich­keit ei­ner wei­te­ren Ab­wer­tung und da­mit die Ge­fahr der Ka­pi­tal­flucht aus dem Land.

Am Don­ners­tag­abend hat die Zen­tral­bank ih­re knap­pen Re­ser­ven von un­ter 30 Mrd. $ doch noch ein­ge­setzt und 100 Mio. $ ge­gen Pe­so ver­kauft. Dies konn­te den Pe­so­Kurs et­was be­ru­hi­gen, be­vor er am Frei­tag wie­der schwä­cher wur­de. Zu­letzt no­tier­te der Wech­sel­kurs auf 8.03 Pe­so/$. Da­mit hat sich der Wert des Pe­sos in et­was mehr als drei Jah­ren hal­biert. Der Pe­soab­sturz sei der An­fang vom En­de des Sys­tems Kirch­ner, sa­gen Ana­lys­ten. Seit 2003 be­stim­men die Kirch­ners das Schick­sal des Lan­des. Vor der jet­zi­gen Prä­si­den­tin Chris­ti­na Fernán­dez de Kirch­ner re­gier­te ihr Ehe­mann Nés­tor bis zu sei­nem Tod 2007. «Nach­dem die Prä­si­den­tin wäh­rend der Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen im De­zem­ber die Kon­trol­le über die Stras­se ver­lo­ren hat, ent­glei­tet ihr auch die Kon­trol­le über die Wäh­rung», kom­men­tier­te ei­ne Analyst in der «Fi­nan­ci­al Ti­mes».

Seit die Ex­por­te ab­neh­men und die Im­por­te stei­gen, schwin­det das Ver­trau­en in die hei­mi­sche Wäh­rung. Die Be­völ­ke­rung fragt Dol­lar nach, was die Re­gie­rung ein­zu­schrän­ken ver­sucht.

Ar­gen­ti­ni­sche Staats­an­lei­hen, de­no­mi­niert in Dol­lar, sind auf den nied­rigs­ten Kurs seit Ok­to­ber ge­fal­len. Das Land be­fin­det sich wei­ter­hin in Ver­hand­lun­gen mit Gläu­bi­gern über die Rück­zah­lung von Dol­lar­an­lei­hen, die seit dem Jahr 2001 nicht mehr be­dient wer­den.

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