Mi­cro­soft lässt die Mus­keln spie­len

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Chi­na macht Wall­s­treet ner­vös – IBM strafft das Port­fo­lio – Net­flix prä­sen­tiert ver­flixt gu­te Zah­len

Die Schlüs­sel­fra­ge ist nun, ob die Bör­se vor ei­ner grös­se­ren Kor­rek­tur steht oder ob der Rück­schlag re­la­tiv rasch ver­daut wird – wie das seit Herbst 2012 bis­lang stets der Fall war. An­halts­punk­te da­zu wird die Sai­son der Un­ter­neh­mens­ab­schlüs­se lie­fern, die nun in die heis­se Pha­se kommt.

Im Mit­tel­punkt stand da­bei zu Wo­chen­schluss der IT-Sek­tor, wo Mi­cro­soft (36.06 $ am Don­ners­tag, –2,2% im Wo­chen­ver­gleich) an­ge­nehm über­rasch­te. Der Soft­ware­rie­se ver­zeich­net ei­ne ro­bus­te Nach­fra­ge im Ge­schäft mit der Spiel­kon­so­le Xbox und macht auch mit dem Ta­blet-Com­pu­ter Sur­face be­acht­li­che Fort­schrit­te. Auch mit Blick auf das tra­di­tio­nell wich­ti­ge Be­triebs­sys­tem Win­dows hat sich «Mr. Sof­ty» wa­cker ge­schla­gen. Ob­wohl der PC-Markt in der Kri­se steckt, hat sich der Um­satz der Di­vi­si­on nur um 4% ab­ge­schwächt. Mi­cro­soft rück­ten am Frei­tag­mor­gen 1,6% vor.

IBM (182.73 $, –3,2%) macht der­weil zü­gig mit der Straf­fung des Port­fo­li­os vor­wärts. «Big Blue» ver­kauft das Ge­schäft mit Gross­rech­nern im un­te­ren Preis­seg­ment an die chi­ne­si­sche IT-Grup­pe Le­no­vo, die vor fast zehn Jah­ren be­reits die PC-Di­vi­si­on von IBM über­nom­men hat. Der De­al, über den an Wall­s­treet seit Ta­gen spe­ku­liert wur­de, be­läuft sich auf 2,3 Mrd. $. Das ist die bis­lang gröss­te In­ves­ti­ti­on im IT-Be­reich ei­nes chi­ne­si­schen Un­ter­neh­mens im Aus­land. IBM wie­der­um kann sich nun auf das Ge­schäft mit Soft­ware und Di­enst­leis­tun­gen kon­zen­trie­ren, wo die Mar­gen hö­her lie­gen.

Ver­flixt gu­te Zah­len lie­fer­te Net­flix (388.72 $, +17,2%). In den USA hat der On­li­ne­vi­deo­dienst im ver­gan­ge­nen Quar­tal 2,3 Mio. neue Kun­den ge­won­nen und zählt in­zwi­schen ins­ge­samt fast 32 Mio. Abon­nen­ten. Rund wei­te­re 2,3 Mio. sol­len in der lau­fen­den Be­richts­pe­ri­ode hin­zu­kom­men. Zu­dem über­legt sich der Kon­zern ein neu­es Preis­mo­dell, was eben­falls die Fan­ta­sie der In­ves­to­ren an­regt. Un­ter dem Strich re­sul­tier­te ei­ne Ge­winn­stei­ge­rung von 8 auf knapp 50 Mio. $. Trotz des ra­san­ten Wachs­tums ist Net­flix mit ei­ner Ka­pi­ta­li­sie­rung von 23 Mrd. $ aber be­reits sehr stolz be­wer­tet. Die Ak­ti­en sind seit En­de 2012 fast 320% avan­ciert und han­deln auf Ba­sis der Schät­zun­gen für 2014 zum Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 100.

Ei­nen Farb­tup­fer setz­te Proc­ter & Gam­ble (78.24 $, –2,9%). Der welt­gröss­te Kon­sum­gü­ter­kon­zern hat mit sei­nen Zah­len die Ana­lys­ten­er­war­tun­gen über­trof­fen und blickt mit Zu­ver­sicht in die zwei­te Hälf­te des Ge­schäfts­jah­res per En­de Ju­ni. Der neue Kon­zern­chef A. G. Laf­ley rech­net mit so­li­dem Um­satz­wachs­tum, bes­se­renWech­sel­kur­sen und wei­te­ren Kos­ten­ein­spa­run­gen. Die Va­lo­ren zo­gen am Frei­tag­mor­gen 4% an.

Kom­men­de Wo­che wer­den sich In­ves­to­ren un­ter an­de­rem für den Ab­schluss von App­le (556.18 $, +0,3%) in­ter­es­sie­ren. Das be­deu­tends­te Er­eig­nis ist je­doch der Zins­ent­scheid der US-No­ten­bank am Mitt­woch. An ih­rer letz­ten Fe­dSit­zung un­ter der Lei­tung von Ben Bernan­ke dürf­ten die Wäh­rungs­hü­ter das Sti­mu­lus­pro­gramm QE3 wei­te­re 10 auf 65 Mrd. $ kür­zen und ge­nau­er er­klä­ren, un­ter wel­chen Kri­te­ri­en sie sich ei­ne Zins­er­hö­hung über­le­gen wer­den.

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