Po­lo

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Der Öko­no­mie-No­bel­preis­trä­ger von 1971, Si­mon Kuz­nets, de­fi­nier­te vier Klas­sen von Staa­ten: ent­wi­ckel­te, un­ter­ent­wi­ckel­te, Ja­pan – und Ar­gen­ti­ni­en. Die­ses zähl­te vor ei­nem Jahr­hun­dert zu den reichs­ten der Welt, weil es als Ex­por­teur von Agrar­gü­tern von ei­ner lan­gen Preis­hausse pro­fi­tier­te.

Dann be­gann der Nie­der­gang, be­son­ders als sich ab 1930 Obris­ten und Po­pu­lis­ten an der Macht ab­lös­ten. Von ste­ter schöp­fe­ri­scher Er­neue­rung als Mo­tor ei­ner Markt­wirt­schaft ist we­nig zu se­hen. Da­zu fehlt die ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung: ef­fi­zi­en­te In­sti­tu­tio­nen, die in­ter­es­se­frei für Rechts­si­cher­heit und -gleich­heit sor­gen. Die vor­herr­schen­den Pe­ro­nis­ten ste­hen für das Ge­gen­teil, für ein rui­nö­ses Günst­lings­sys­tem. Was Wun­der, dass der Pe­so im­mer mal wie­der ab­schmiert. Ein Trost bleibt: Im Po­lo ist und bleibt Ar­gen­ti­ni­en das Mass der Din­ge, in Pony­zucht wie Spie­ler­he­ge. Einst hat­ten En­g­län­der das Spiel ins Land ge­bracht. Viel­leicht soll­te Ar­gen­ti­ni­en ei­nen bri­ti­schen Gou­ver­neur inkl. Ci­vil Ser­vice im­por­tie­ren, um die Amts­stu­ben an den Bel­le-Epo­que-Bou­le­vards von Buenos Aires aus­zulüf­ten. Das müss­te pas­sen, denn wie es heisst es doch: Der Ar­gen­ti­ni­er ist ei­gent­lich ein Ita­lie­ner, der ger­ne ein En­g­län­der wä­re, der in Paris lebt.

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