Ge­win­ner und Ver­lie­rer

Finanz und Wirtschaft - - ENERGIE/ROHSTOFFE - CC/DM

Nicht al­le Ak­ti­en aus der Strom­bran­che sind vom Ne­ga­tiv­sog der letz­ten Jah­re er­fasst wor­den. So ste­hen ko­tier­te Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber gut da. Das Ge­schäft mit dem Trans­port von Strom ist zwar stär­ker re­gu­liert als die Pro­duk­ti­on von Elek­tri­zi­tät. Die­ser Um­stand wirkt sich hier aber nicht nach­tei­lig aus: Netz­ge­sell­schaf­ten lei­den we­ni­ger un­ter den ge­gen­wär­ti­gen Markt­ver­zer­run­gen als Strom­pro­du­zen­ten. Di­vi­den­den­ren­di­te und Be­wer­tung spre­chen für Na­tio­nal Grid (GB) und Ter­na (I).

Gut lie­fen auch bri­ti­sche Ver­sor­ger­wer­te, wie Scot­tish & Sou­thern (SSE). Hier sor­gen das sta­bi­le­re re­gu­la­to­ri­sche Um­feld so­wie ge­rin­ge­re Über­ka­pa­zi­tä­ten im bri­ti­schen Strom­markt für ei­ne bes­se­re Ent­wick­lung. Ri­si­ken dro­hen, falls es nach ei­nem Re­gie­rungs­wech­sel zu Ein­grif­fen in die Ta­ri­fe kä­me oder wenn der Gas­preis mar­kant an­zie­hen wür­de. Die Ti­tel ha­ben ei­nen Teil die­ses Ri­si­kos be­reits ein­ge­preist.

Wie die bri­ti­sche In­sel ist auch Frank­reich ein Son­der­fall. Der Markt ist vom zen­tra­lis­tisch ge­steu­er­ten Mo­no­po­lis­ten Electri­cité de Fran­ce (EDF) mit sei­nem gros­sen Nu­kle­ar­port­fo­lio und staat­lich fest­ge­setz­ten Ta­ri­fen do­mi­niert. Zu­dem plant Frank­reich im Al­lein­gang die Schaf­fung ei­nes Ka­pa­zi­täts­mark­tes für Back-up-Ka­pa­zi­tä­ten. Das Auf­wärts­po­ten­zi­al von EDF ist nun be­grenzt. Ei­ne Tur­naround­wet­te für ri­si­ko­fä­hi­ge In­ves­to­ren blei­ben die Va­lo­ren spa­ni­scher und ita­lie­ni­scher Ver­sor­ger, so­wohl Iber­dro­la wie Enel lei­den aber aus­ser un­ter der schlep­pen­den Kon­junk­tur un­ter ih­rer ho­hen Ver­schul­dung. Zu hoch ver­schul­det sind auch die deut­schen Ver­sor­ger, die zu den Ti­teln mit dem ge­rings­ten Er­ho­lungs­po­ten­zi­al zäh­len.

RWE hat am Di­ens­tag ei­ne neue Wert­be­rich­ti­gung pu­blik ge­macht. Erst­mals wur­den – ne­ben 2,9 Mrd. € im kon­ven­tio­nel­len Er­zeu­gung­sport­fo­lio – 0,4 Mio. € auf er­neu­er­ba­re Ener­gi­en und Be­tei­li­gun­gen ab­ge­schrie­ben. Et­was bes­ser steht Eon da, doch hier be­las­ten Wech­sel­kurs­ri­si­ken ( Tür­kei, Bra­si­li­en). Kurz­fris­ti­ge Auf­wärts­im­pul­se er­hal­ten bei­de Ti­tel, wenn ein Ge­richt die Zah­lungs­pflicht für die Brenn­ele­men­te­steu­er (RWE bis­her: 1 Mrd. €, Eon: 1,9 Mrd. €) kip­pen wür­de. Im Raum ste­hen auch mög­li­che Scha­den­er­satz­kla­gen ge­gen Deutsch­land we­gen der Ab­schal­tung von AKW 2011.

We­gen un­vor­teil­haf­ter Rah­men­be­din­gun­gen sind Schwei­zer Ver­sor­ger wei­ter mit Vor­sicht zu ge­nies­sen. Wert­be­rich­ti­gun­gen auf kon­ven­tio­nel­le Kraft­wer­ke wer­den auch in den kom­men­den Ab­schlüs­sen ei­ne Rol­le spie­len. Für 2013 wur­den sie zum Teil schon an­ge­kün­digt, et­wa von BKW im Zu­sam­men­hang mit der Still­le­gung des AKW Müh­le­berg oder von Re­power mit Blick auf be­ste­hen­de Kraft­wer­ke und Pro­jek­te im In- und Aus­land. Al­piq warf an­läss­lich der Dritt­quar­tals­zah­len ei­nen Blick in die fer­ne­re Zu­kunft. Der Preis­zer­fall am Markt ha­be di­rek­te Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft­lich­keit der Kraft­wer­ke und so­mit in den kom­men­den Jah­ren auf die Pro­fi­ta­bi­li­tät, so das Un­ter­neh­men.

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