Etzt be­straft

S Ver­trau­en der An­le­ger schnell zu­rück­ge­win­nen.

Finanz und Wirtschaft - - M VISIER DER FINANZMÄRKTE -

Die tür­ki­sche Re­gie­rung hat eben­so viel In­ves­to­ren­ver­trau­en zu­rück­zu­ge­win­nen. Hö­he­re Zin­sen sind zwar ein ers­ter Schritt, doch der Boom hat für Über­trei­bun­gen bei Im­mo­bi­li­en und Kre­di­ten ge­sorgt, die erst jetzt ab­ge­baut wer­den.

Ex­port­star­ke Län­der wer­den sich durch die Wäh­rungs­tur­bu­len­zen be­haup­ten kön­nen. Dank ei­ner ho­hen Wett­be­werbs­fä­hig­keit wird die Gunst der In­ves­to­ren wohl er­hal­ten blei­ben. Dar­un­ter fällt et­wa Süd­ko­rea. Die Sor­ge der ex­port­star­ken ost­eu­ro­päi­schen Län­der wie Tsche­chi­en und Po­len ist am ehes­ten noch ein Auf­flam­men der Eu­ro­kri­se.

Süd­ame­ri­ka un­ter Druck

Ana­lys­ten von Bar­clays be­fürch­ten, dass die Märk­te in Latein­ame­ri­ka – mit Aus­nah­me von Me­xi­ko – erst ge­ra­de an­fan­gen, «Feu­er zu fan­gen». Sie fal­len dem­nach in der Gunst der in­ter­na­tio­na­len In­ves­to­ren wei­ter zu­rück. Be­son­ders der gröss­te Markt Bra­si­li­en ent­täuscht die Märk­te. Die Po­li­tik scheint das stei­gen­de Haus­halts­de­fi­zit und die ho­he In­fla­ti­on nicht in den Griff zu be­kom­men.

Auch die Aus­sen­han­dels­po­si­tio­nen der Roh­stoff­ex­por­teu­re Chi­le und Pe­ru lie­gen im Ab­wärts­trend. Aber das Wachs­tum ist dort wie in Ko­lum­bi­en noch hoch, und die Po­li­tik ist wirt­schafts­freund­lich. Die Wäh­rungs­ab­wer­tung könn­te hel­fen, das Han­dels­de­fi­zit schnell ab­zu­bau­en.

Aber die Sor­gen­kin­der Ve­ne­zue­la und Ar­gen­ti­ni­en zei­gen kei­ne Bes­se­rung. Zwar ha­ben bei­de Län­der Lo­cke­run­gen ih­rer Ka­pi­tal­ver­kehrs­kon­trol­len un­ter­nom­men. Man­che Be­ob­ach­ter se­hen die Ab­wer­tung des ar­gen­ti­ni­schen Pe­sos von 22% seit Jah­res­an­fang als wich­ti­gen Schritt, den of­fi­zi­el­len Wech­sel­kurs dem fai­ren Wert an­zu­pas­sen. Doch die po­pu­lis­ti­sche Po­li­tik bei­der Län­der lässt mit­tel­fris­tig kei­nen po­si­ti­ven Ausblick zu.

Un­ter den Brics-Staa­ten – Bra­si­li­en, Russ­land, In­di­en, Chi­na und Süd­afri­ka – scheint sich das zen­tral ge­steu­er­te Chi­na am bes­ten zu hal­ten. So er­klärt der Ana­ly­se­dienst Ca­pi­tal Eco­no­mics, das rück­läu­fi­ge Wachs­tum sei auf die Ein­gren­zung des Kre­dit­wachs­tums zu­rück­zu­füh­ren. Lang­fris­tig soll­te das die Wirt­schaft sta­bi­ler ma­chen.

Süd­afri­ka, Russ­land und In­di­en lei­den un­ter man­geln­den Re­for­men, was sich in ei­ner ho­hen In­fla­ti­on, schwa­chem Wachs­tum und ho­hen Fis­kal­de­fi­zi­ten aus­drückt. In­di­en und Süd­afri­ka ha­ben ei­ne der höchs­ten Neu­ver­schul­dun­gen un­ter den Schwel­len­märk­ten (vgl. Grafik rechts). Die Brics oh­ne Chi­na ha­ben es auch ver­säumt, das Wachs­tum durch ei­ne gu­te In­fra­struk­tur zu si­chern. Sie sind in glo­ba­len Ran­kings der Wett­be­werbs­fä­hig­keit selbst un­ter den Schwel­len­län­dern weit hin­ten.

Der Aus­ver­kauf in den Schwel­len­län­dern ist nicht pa­nik­ar­tig. Re­form­freu­di­ge Län­der wie Me­xi­ko und die Phil­ip­pi­nen wer­den weit we­ni­ger Kopf­schmer­zen be­rei­ten als die Tür­kei oder Bra­si­li­en. Viel­leicht hat der Markt­druck et­was Gu­tes: Er be­güns­tigt schnel­le Po­li­ti­k­än­de­run­gen.

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