Ak­ti­en Schweiz

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - ST. GAL­LER KAN­TO­NAL­BANK INFIBA VER­MÖ­GENS­VER­WAL­TUNG

«Der Schwei­zer Ak­ti­en­markt konn­te sich der all­ge­mei­nen Markt­schwä­che, aus­ge­löst durch ne­ga­ti­ve Wirt­schafts- und Un­ter­neh­mens­nach­rich­ten aus Chi­na und den mas­si­ven Kur­szer­fall vie­ler Schwel­len­markt­wäh­run­gen, nicht ent­zie­hen. In den letz­ten fünf Bör­sen­ta­gen ver­lor der SMI 4,1%. Am stärks­ten lit­ten zy­kli­sche Ti­tel und Ak­ti­en von Un­ter­neh­men mit ho­hem Um­satz- und Ge­winn­an­teil in den Schwel­len­län­dern. Wir er­war­ten in den nächs­ten Ta­gen ei­ne an­hal­ten­de Kon­so­li­die­rung, ge­hen aber nicht von ei­nem En­de des Bul­len­markts für Ak­ti­en aus. Als at­trak­ti­ve Mög­lich­keit se­hen wir wei­ter­hin die Ti­tel von Zu­rich In­suran­ce Group, die mit ei­ner Di­vi­den­den­ren­di­te von 6,5% glän­zen. CEO Senn be­stä­tig­te am Wo­che­n­en­de die Fort­set­zung ei­ner at­trak­ti­ven Aus­schüt­tungs­po­li­tik. Als Kauf­kan­di­dat stu­fen wir auch Swatch Group ein. Der Kon­zern soll­te dank star­ker Markt­po­si­ti­on die An­le­ger in den nächs­ten Jah­ren mit zwei­stel­li­gen Ge­winn­wachs­tums­ra­ten er­freu­en.» Glo­bal­kon­junk­tur, denn der Nach­hol­be­darf bleibt gross. Chi­na ist das am meis­ten dis­ku­tier­te Land hin­sicht­lich ei­ner Wachs­tums­ab­küh­lung. Da­bei weist das Land wei­ter­hin rea­le Wachs­tums­ra­ten von über 7,5% auf (USA 2013 ca. 3,2%). Auf­grund des hö­he­ren Wachs­tums­po­ten­zi­als blei­ben An­la­gen in Schwel­len­län­dern mit­tel­fris­tig at­trak­tiv. Der po­li­ti­schen Ri­si­ken und zu­gleich der hö­he­renWert­schwan­kun­gen soll­te man sich be­wusst sein. Des­halb be­vor­zu­gen wir breit di­ver­si­fi­zier­te Pro­duk­te wie An­la­ge­fonds oder ETF.»

Im De­zem­ber ha­ben wir ei­ne si­gni­fi­kan­te Ab­nah­me der Par­ti­zi­pa­ti­ons­ra­te be­ob­ach­tet: Rund 650 000 Per­so­nen ha­ben die Su­che nach Ar­beit auf­ge­ge­ben. Das hat den Rück­gang der Ar­beits­lo­sen­quo­te von 7 auf 6,7% be­güns­tigt. Die­ser Trend wird sich kaum in die­sem Aus­mass fort­set­zen. Das Fed hat sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie in Be­zug auf den Ar­beits­markt et­was an­ge­passt. Ei­ne Ar­beits­lo­sen­quo­te von 6,5% ist dem­nach nur ein Fak­tor, der ei­ne Zins­er­hö­hung be­güns­ti­gen könn­te. Da­ne­ben wird aber auch die der­zeit sehr tie­fe In­fla­ti­on be­rück­sich­tigt.

In den ver­gan­ge­nen zwei bis drei Jah­ren kon­zen­trier­te sich die Kom­mu­ni­ka­ti­on des Fed auf die Ar­beits­lo­sen­ra­te, die In­fla­ti­on nahm we­ni­ger Raum ein. Seit kur­zem ist die Ba­lan­ce zwi­schen den bei­den No­ten­bank­man­da­ten – Ar­beits­lo­sig­keit und Preis­sta­bi­li­tät – aus­ge­gli­che­ner. Weil die Ar­beits­lo­sig­keit sinkt, ist da­von aus­zu­ge­hen, dass nun die In­fla­ti­on in den Fo­kus rückt. Das Fed wird Mass­nah­men er­grei­fen, um die Teue­rungs­ra­te an den Ziel­wert von 2% an­zu­nä­hern.

Das wich­tigs­te Ziel der For­ward Gui­dance ist es, Sta­bi­li­tät zu er­zeu­gen. Das Fed will ei­ne Si­tua­ti­on wie im ver­gan­ge­nen Som­mer ver­mei­den. Da­mals ha­ben die Märk­te ei­ne Dros­se­lung der An­lei­hen­käu­fe mit ei­ner Zins­er­hö­hung gleich­ge­setzt. Die No­ten­bank ver­dient viel An­er­ken­nung für ih­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie: Es ist ihr ge­lun­gen, die Märk­te zu über­zeu­gen, die bei­den Er­eig­nis­se von­ein­an­der los­ge­löst zu be­trach­ten.

«High Yield Bonds schnei­den gut ab, wenn das Wirt­schafts­wachs­tum ro­bust ist und die Un­ter­neh­men Zu­gang zu Kre­di­ten ha­ben.»

High Yield Bonds schnei­den gut ab, wenn das Wirt­schafts­wachs­tum ro­bust ist und die Un­ter­neh­men Zu­gang zu Kre­di­ten ha­ben. Bei­de Fak­to­ren tref­fen der­zeit zu. Die­ses Markt­um­feld er­mög­licht auch in Zu­kunft tie­fe Aus­fall­ra­ten.

Die An­la­ge­klas­se ins­ge­samt hat in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten 8% ver­lo­ren, wäh­rend High Yield Bonds im glei­chen Aus­mass zu­ge­legt ha­ben. Tra­di­tio­nell ha­ben sich die bei­den An­la­ge­klas­sen et­wa gleich ent­wi­ckelt. Der Ren­di­te­un­ter­schied von 16% im ver­gan­ge­nen Jahr scheint nicht ge­recht­fer­tigt. Die meis­ten Ri­si­ken im Zu­sam­men­hang mit Schwel-

Die Staats­an­lei­hen der Eu­ro­pe­ri­phe­rie er­zie­len im Ver­gleich zu Staats­an­lei­hen welt­weit – be­rei­nigt um das Wäh­rungs­ri­si­ko – ei­ne der höchs­ten Ren­di­ten, und das zu ei­ner an­ge­mes­se­nen Be­wer­tung. Für In­ves­to­ren bleibt die­se An­la­ge­klas­se in­ter­es­sant.

Man kann nicht al­le Län­der in den glei­chen Topf wer­fen. Für un­ser Port­fo­lio wür­den wir bei­spiels­wei­se Ita­li­en vor Spa­ni­en be­vor­zu­gen. Die Ren­di­ten für spa­ni­sche An­lei­hen sind ge­rin­ger, ob­wohl die wirt­schaft­li­chen und struk­tu­rel­len Her­aus­for­de­run­gen deut­lich grös­ser sind als in Ita­li­en. Spa­ni­en steht vor vie­len Pro­ble­men, die der­zeit nicht in den Ren­di­ten re­flek­tiert wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.