Mehr Ge­hör

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Peach Pro­per­ty Group (Geld­kurs: 10.25 Fr., Bör­sen­wert von 49,2 Mio. Fr.) gleich Plei­ten, Pech und Pan­nen. In Berlin hat die Zürcher Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft, die Wohn­ei­gen­tum im Lu­xus­seg­ment ent­wi­ckelt, Pech ge­habt: Weil der Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer In­sol­venz an­mel­de­te, muss­ten die Bau­ar­bei­ten an den Pro­jek­ten Yoo Berlin und Am Zir­kus 1 vor­über­ge­hend teils ein­ge­stellt wer­den. Nach­dem Peach Pro­per­ty des­we­gen im Ok­to­ber ei­ne Gewinnwarnung aus­ge­ge­ben hat­te, ver­lo­ren die Ak­ti­en an ei­nem Tag 7%. Doch nicht al­les ist Pech. Der Kurs ist seit dem Bör­sen­gang im No­vem­ber 2010 im Fal­len be­grif­fen. Ver­g­li­chen mit dem da­ma­li­gen Emis­si­ons­preis von 32 Fr. sind die Ti­tel heu­te ein Drit­tel wert.

Das ruft nun Wi­der­stand auf den Plan. Mar­tin Eber­hard mel­de­te im De­zem­ber ei­ne Be­tei­li­gung von 3,7%. Am Don­ners­tag kam die Nach­richt, dass der Un­ter­neh­mens­be­ra­ter mit Ni­co­le Kunz, Mar­kus Eber­le und Schro­der In­vest­ment Ma­nage­ment ei­ne Grup­pe bil­det, die 13,6% an Peach Pro­per­ty hat.

Was will sie? Es sei «we­ni­ger da­hin­ter, als es den An­schein macht», sagt Eber­hard zu «Fi­nanz und Wirt­schaft». Man hof­fe, sich als Grup­pe «mehr Ge­hör» zu ver­schaf­fen ge­gen­über den zwei Haupt­ak­tio­nä­ren Tho­mas und Oli­ver Wol­fens­ber­ger, die je ge­gen 18% hal­ten. Eber­hard mahnt an, dass Peach Pro­per­ty ge­mes­sen am Ei­gen­ka­pi­tal ei­ne gar «gros­se Bi­lanz» füh­re. Per Mit­te 2013 be­trug das Ei­gen­ka­pi­tal 24% der Bi­lanz­sum­me. Die gröss­ten ko­tier­ten Schwei­zer Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten, Swiss Pri­me Si­te und PSP Swiss Pro­per­ty, wei­sen ei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 42 und 58% aus.

Eber­hard sä­he es ger­ne, wenn Peach Pro­per­ty die Ri­si­ken zu­rück­näh­me, al­so mit dem Ab­bau von Schul­den die Bi­lanz ins Lot bräch­te. Es ge­he dar­um, die ver­blei­ben­de Sub­stanz zu ret­ten und mit ei­ner «an­ge­pass­ten Stra­te­gie» Mehr­wert zu schaf­fen. Eber­hard will, wie er be­teu­ert, «kei­ne Po­le­mik ma­chen». Er hof­fe, die Haupt­ak­tio­nä­re sä­hen ein, dass es so nicht wei­ter­ge­he. Die wer­den sich kaum so leicht be­ein­dru­cken las­sen. Tho­mas Wol­fens­ber­ger, der auch als CEO wirkt, gilt in der Sze­ne als «har­ter Hund».

Al­ler­dings ist auch Eber­hard nicht so harm­los, wie er nun tut. Er ist ei­ner der Wort­füh­rer der Ak­tio­närs­grup­pe, die am Don­ners­tag an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung von Li­feWatch den Pa­tron Ya­cov Ge­va als Ver­wal­tungs­rat ab­ge­wählt, ihn am Frei­tag auch als CEO per so­fort raus­ge­schmis­sen und ei­ge­ne Leu­te an der Spit­ze des Tele­me­di­zin­un­ter­neh­mens in­stal­liert hat. Der Kon­flikt zwi­schen den Par­tei­en ist schon zwei Jah­re im Gan­ge.

Die neue Kon­stel­la­ti­on bei Peach Pro­per­ty stützt die bis­he­ri­ge FuW-Emp­feh­lung, dass die Ak­ti­en ein spe­ku­la­ti­ver Tur­naround-Kauf sind. Sie wer­den mit ei­nem Ab­schlag von über 60% zum in­ne­ren Wert von 27.04 Fr. ge­han­delt. Schlim­mer kann re­spek­ti­ve darf es nun nicht mehr kom­men.

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