Gros­ses Zit­tern und ho­he Vo­la­ti­li­tät

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - AL­F­RED MEINEMA,

Das gros­se Zit­tern rund um die auf­stre­ben­den Märk­ten bot ver­gan­ge­ne Wo­che ei­ni­gen In­ves­to­ren die per­fek­te Ent­schul­di­gung, um ih­re Ri­si­ken in den eu­ro­päi­schen Kre­dit­märk­ten ab­zu­bau­en. Es gab ei­ne gan­ze Rei­he von Ne­ga­tiv­schlag­zei­len aus den Schwel­len­märk­ten. Zu­nächst ent­täusch­te der chi­ne­si­sche ISM-Ein­kaufs­ma­na­ger­index sehr (49,6 statt der er­war­te­ten 50,3). Es war der tiefs­te Wert seit sie­ben Mo­na­ten und der drit­te Rück­gang in Fol­ge. Da­zu kam der sich ab­zeich­nen­de Aus­fall ei­nes chi­ne­si­schen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­pro­dukts, was die Zwei­fel hin­sicht­lich des chi­ne­si­schen Schat­ten­ban­ken­sys­tems wei­ter nähr­te.

Wei­te­re The­men wa­ren die Es­ka­la­ti­on in der Ukraine, die an­hal­ten­den Un­ru­hen in Thai­land und die Ab­wer­tung des ar­gen­ti­ni­schen Pe­sos. Die Ak­ti­en­märk­te san­ken, die Ren­di­ten der US-Tre­a­su­ries ga­ben bei­na­he 10 Ba­sis­punk­te nach, und die Spreads auf Staats­an­lei­hen auf­stre­ben­der Märk­te ver­grös­ser­ten sich deut­lich. Die Zen­tral­ban­ken, un­ter an­de­rem der Tür­kei und In­di­ens, ver­such­ten, dem Druck durch ei­ne An­he­bung der Zin­sen zu be­geg­nen. Mög­li­cher­wei­se wä­ren die ge­nann­ten Er­eig­nis­se we­ni­ger be­sorg­nis­er­re­gend ge­we­sen, wenn kei­ne Zwei­fel über den Kurs der geld­po­li­ti­schen Lo­cke­rung der US-No­ten­bank (Fed) be­stün­den. Mit der Dros­se­lung der An­lei­hen­rück­käu­fe des Fed ist die Vo­la­ti­li­tät bei An­la­gen in Schwel­len­märk­ten je­doch gross.

Die gu­te Neu­ig­keit lau­tet, dass der Bond­markt in die­ser Re­gi­on zur­zeit fun­da­men­tal stark er­scheint. Eu­ro­päi­sche An­lei­hen wa­ren in den Port­fo­li­os der meis­ten In­ves­to­ren über­ge­wich­tet. Bei nied­ri­ge­ren Spreads war das In­ter­es­se an An­lei­hen re­la­tiv ge­ring. Als es zu Ge­winn­mit­nah­men kam, führ­te die be­grenz­te Li­qui­di­tät zu ei­ner Ver­schär­fung der Spre­ad-Be­we­gun­gen.

In Eu­ro­pa mach­te Spa­ni­en ein­mal mehr Schlag­zei­len: Der IWF hob die Wachs­tums­pro­gno­se 2014 von 0,2 auf 0,6% an. Dann emit­tier­te Ma­drid ei­ne neue zehn­jäh­ri­ge An­lei­he über 10 Mrd. € und ei­nem Cou­pon von 3,85%. Das Land hat nun be­reits 20% sei­ner Fi­nan­zie­rungs­vor­ha­ben für 2014 ab­ge­deckt. Die Nach­fra­ge lag bei über 40 Mrd. €, was ei­ne Stim­mungs­auf­hel­lung ge­gen­über Staats­an­lei­hen aus der Eu­ro­pe­ri­phe­rie un­ter­streicht.

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