CS muss jetzt nach­zie­hen

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Die UBS hat mit ih­rem Jah­res­er­geb­nis po­si­tiv über­rascht – be­son­ders im In­vest­ment Ban­king. Die Er­war­tun­gen an den Be­reich wa­ren al­ler­dings tief. Die Hoff­nun­gen la­gen auf der Ver­mö­gens­ver­wal­tung, der UBS-Pa­ra­de­dis­zi­plin. Doch die­ser Be­reich hat we­nig über­zeugt. Zwar konn­ten Neu­geld und Er­trag auf Hö­he des Vor­quar­tals ge­hal­ten wer­den. Die Kos­ten – ins Ge­wicht fal­len die ge­stie­ge­nen Ver­gü­tun­gen – drück­ten den Ge­winn im We­alth Ma­nage­ment aber un­ter Vor­quar­tals­wert.

Dies lässt für Cre­dit Suis­se in­so­fern hof­fen, als sie ge­ra­de in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung ein stren­ges Kos­ten­re­gime an­strebt. Wie rasch sie da­mit tat­säch­lich vor­an­kommt, ist ei­ne der Fra­gen, die am Don­ners­tag in­ter­es­siert, wenn sie ih­re Zah­len prä­sen­tie­ren wird.

In­vest­ment Bank im Fo­kus

Ge­nau­so ge­spannt darf man auf das Er­geb­nis der In­vest­ment Bank sein. Die­se be­an­sprucht die deut­li­che Mehr­heit des Ka­pi­tals und wä­re in der Pflicht, ei­nen ho­hen Ge­winn­bei­trag zu leis­ten. Der von der Bank selbst ge­sam­mel­te Kon­sens der Ana­lys­ten sagt al­ler­dings Ge­gen­tei­li­ges vor­aus: Er­war­tet wird ein Vor­steu­er­ge­winn des Be­reichs von knapp 300 Mio. Fr., ein Drit­tel des­sen, was das Pri­va­te Ban­king und das We­alth Ma­nage­ment er­ar­bei­tet ha­ben sol­len.

Be­son­ders das Ge­schäft mit fest­ver­zins­li­chen An­la­gen – noch im­mer ei­ne CS-Kern­kom­pe­tenz – dürf­te im vier­ten Quar­tal er­neut schwach aus­ge­fal­len sein. Und das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr hat kaum bes­ser be­gon­nen: Die Wäh­rungs­tur­bu­len­zen auf­stre­ben­der Volks­wirt­schaf­ten be­las­ten das Ge­schäft, wo­von Cre­dit Suis­se be­son­ders be­trof­fen sei, war­nen Ana­lys­ten von J. P. Mor­gan. Da die Bank das Jah­res­er­geb­nis erst­mals nach Be­rei­chen auf­split­ten wird, die sie wei­ter­füh­ren und sol­chen, aus de­nen sie aus­stei­gen will, soll­te zei­gen, wo­hin die künf­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit und die Markt­ab­hän­gig­keit ih­res Ge­schäfts steu­ern. Rü­cken­wind ha­ben der­zeit der Ak­ti­en­han­del so­wie das Ka­pi­tal­markt­ge­schäft, in de­nen ihr star­ke Re­sul­ta­te zu­ge­traut wer­den.

Grad­mes­ser Di­vi­den­de

Ein Grad­mes­ser da­für, wo die Bank der­zeit steht, wird die Di­vi­den­den­an­kün­di­gung lie­fern. CEO Bra­dy Dou­gan hat für 2013 wie­der ei­ne Bar­di­vi­den­de in «sub­stan­zi­el­lem Um­fang» in Aus­sicht ge­stellt, nach­dem die In­ves­to­ren letz­tes Jahr Ak­ti­en er­hiel­ten. Die Bank hat da­für zwar be­reits Geld zur Sei­te ge­legt. Un­ge­wiss­heit brin­gen je­doch die Alt­las­ten, die die Cre­dit Suis­se vor sich her­schiebt.

Im US-Steu­er­streit dürf­te ei­ne Zah­lung von ge­gen 1 Mrd. Fr. war­ten. Und bei der Ver­brie­fung ame­ri­ka­ni­scher Hy­po­the­kar­pa­pie­re wird Cre­dit Suis­se be­schul­digt, staat­li­chen Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rern ei­nen Mil­li­ar­den­scha­den ver­ur­sacht zu ha­ben. UBS hat die­se bei­den The­men be­reits ab­ge­ar­bei­tet. Den­noch warn­te die Bank, dass ih­re Kos­ten für Rechts­strei­tig­kei­ten auch 2014 auf er­höh­tem Ni­veau blei­ben wer­den. Zu Rück­stel­lun­gen der Cre­dit Suis­se wird ihr Jah­res­be­richt Auf­schluss ge­ben.

Im vier­ten Quar­tal hat die Bank der­weil meh­re­re Ka­pi­tal­in­stru­men­te re­fi­nan­ziert. Da­bei hat sie rund 1 Mrd. $ mehr Fremd­ka­pi­tal zu­rück­be­zahlt als frisch auf­ge­nom­men. Die neu­en Mit­tel sind aber von ei­ner Qua­li­tät, die sie un­ter Ba­sel 3 als zu­sätz­li­che Ei­gen­mit­tel an­re­chen­bar ma­chen. Die dies­be­züg­li­chen Pa­ra­me­ter dürf­te die Bank da­mit wei­ter ge­stärkt ha­ben.

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