Ural­ka­li folgt der Spiel­theo­rie

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DM

In ei­nem von zwei (Duo­pol) oder we­ni­gen (Oli­go­pol) Un­ter­neh­men do­mi­nier­ten Markt – wie dem Kali­markt – ist der An­reiz hoch, Men­gen oder Prei­se ab­zu­spre­chen. Kar­tel­le sind aber in­sta­bil. Nicht nur, weil sie in vie­len Staa­ten ver­bo­ten sind. Der An­reiz ist gross, im Kar­tell zu be­trü­gen. Ein Kar­tell ver­ein­bart den für al­le Kar­tell­be­tei­lig­ten op­ti­ma­len Ver­kaufs­preis (Pa­re­to-Op­ti­mum).

Doch die­se Ko­ope­ra­ti­on ist fra­gil: Ein Kar­tell­mit­glied kann sie un­ter­lau­fen, mehr als ver­ein­bart pro­du­zie­ren und so mehr Ge­winn er­zie­len. Dies schmä­lert aber den durch das Kar­tell er­ziel­ten Mehr­er­lös für al­le an­de­ren Mit­glie­der. Da nie­mand dies zu­las­sen dürf­te, wer­den auch die an­de­ren mehr als ver­ein­bart pro­du­zie­ren. Kar­tel­le nei­gen so­mit zu Ka­pa­zi­täts­aus­wei­tung. Ge­mäss Spiel­theo­rie fin­det die­se Aus­wei­tung erst ein En­de, wenn ein Nash-Gleich­ge­wicht er- reicht ist: ein für al­le sub­op­ti­ma­ler Zu­stand, in dem ein ein­zel­ner An­bie­ter durch wei­te­re Men­genaus­wei­tung kei­nen Mehr­ge­winn mehr er­zie­len kann, und dies un­ab­hän­gig da­von, wel­che Stra­te­gie die an­de­ren Kar­tell­mit­glie­der ver­fol­gen.

Ei­ne Rück­kehr zur frü­he­ren Ko­ope­ra­ti­on ist aber un­wahr­schein­lich: Dies wür­de neue Be­trugs­an­rei­ze set­zen. Im (sta­bi­len) Nas­hG­leich­ge­wicht wird nun der An­bie­ter am bes­ten fah­ren, der die tiefs­ten Grenz­kos­ten hat. Ural­ka­li hat al­so spiel­theo­re­tisch sinn­voll ent­schie­den, die Wett­be­wer­ber zu be­stra­fen und auf Vo­lu­men vor Preis zu set­zen. Da­mit scha­de­te sich Ural­ka­li kurz­fris­tig, dürf­te aber lang­fris­tig dank Kos­ten­vor­teil mehr Ge­winn ein­fah­ren. Wie das Bei­spiel des Öl­kar­tells Opec zeigt, schwin­det über die Jah­re oh­ne­hin auch der Ein­fluss von Kar­tel­len auf die Preis­ent­wick­lung.

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