Chi­na un­ter SEC-Druck

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - JA­COB TANZ­MEIS­TER

Seit letz­tem Jahr er­mit­telt die USBör­sen­auf­sicht SEC ge­gen die chi­ne­si­schen Ab­le­ger der vier gros­sen Wirt­schafts­prü­fer we­gen mög­li­cher Ver­stös­se ge­gen das USAk­ti­en­recht. Hin­ter­grund ist die Sor­ge über Bi­lanz­fäl­schun­gen.

Die­ser Streit scheint nun zu es­ka­lie­ren. So hat die SEC im jüngs­ten Ur­teil so­gar ei­ne kom­plet­te Sper­re über die chi­ne­si­schen Prü­fer ver­hängt. Prak­tisch al­le in den USA ge­lis­te­ten chi­ne­si­schen Un­ter­neh­men wür­den so­mit Pro­ble­me ha­ben, ih­ren Jah­res­ab­schluss zu er­stel­len und die buch­hal­te­ri­schen An­for­de­run­gen ei­ner USBör­sen­no­tie­rung zu er­fül­len.

Dass chi­ne­si­sche Wan­del­an­lei­hen, vor al­lem aus dem In­ter­net­und dem Tech­no­lo­gie­sek­tor, un­ter Druck ka­men, soll­te nicht ver­wun­dern. Mit Ctrip.com, Si­na, SouFun Hol­dings, Ad­van­ced Se­mi­con­duc­tor En­gi­nee­ring und E-Hou­se war im vier­ten Quar­tal ei­ne gan­ze Rei­he gros­ser chi­ne­si­scher Emis­sio­nen an den US-Markt ge­kom­men. Spe­zi­ell in Si­na und Ctrip war nach Be­kannt­wer­den des SEC-Ur­teils ein gros­ser Han­dels­um­satz zu be­ob­ach­ten, ge­hö­ren bei­de Wan­del­an­lei­hen mit je­weils über 750 Mio. $ doch nicht ge­ra­de zu den Leicht­ge­wich­ten. Soll­te man sich Sor­gen ma­chen um die Nach­hal­tig­keit des Ge­schäfts­mo­dells sol­cher chi­ne­si­scher Un­ter­neh­men? Si­cher­lich ist ei­ne ge­sun­de Do­sis Wach­sam­keit an­ge­bracht. Das ha­ben schon die Er­fah­run­gen aus 2011 ge­zeigt, als die In­ves­to­ren der Wan­del­an­lei­he von Si­no-Fo­rest her­be Ver­lus­te ein­fuh­ren (we­gen Vor­wür­fen der Bi­lanz­fäl­schung).

Die jüngs­te Es­ka­la­ti­on hat auch Un­ter­neh­men mit so­li­dem Ge­schäfts­mo­dell und trans­pa­ren­ter Bi­lanz in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen. Bei wei­tem ha­ben nicht al­le Ge­sell­schaf­ten aus Chi­na ein win­di­ges Ge­schäfts­mo­dell. Trotz­dem be­ka­men Wan­del­an­lei­hein­ves­to­ren mit Fo­kus auf Schwel­len­län­der den Ge­gen­wind zu spü­ren. Der Streit zwi­schen der SEC und Chi­na wird si­cher­lich wei­ter­ge­hen. Die jüngs­ten Er­eig­nis­se sind nicht neu. Viel­mehr zei­gen sie, dass ei­ne de­tail­lier­te Aus­wer­tung von Ri­si­ken schon im­mer wich­tig in der fun­da­men­ta­len Be­wer­tung von Wan­del­an­lei­hen­e­mit­ten­ten war. Ein re­gio­nal breit ge­streu­ter, glo­ba­ler An­satz scheint im­mer noch die sta­bils­te Al­ter­na­ti­ve zu sein.

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