Die Ri­si­ko­aver­si­on hält sich

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - T. RO­WE PRI­CE

Die Märk­te für Staats­an­lei­hen wur­de in den ver­gan­ge­nen Wo­chen durch Ri­si­ko­aver­si­on ge­gen­über den Emer­ging Mar­kets be­ein­flusst. Sor­gen we­gen ei­ner Wachs­tums­ver­lang­sa­mung in Chi­na, der Po­li­tik in den auf­stre­ben­den Län­dern, zu­neh­men­der po­li­ti­scher Span­nun­gen in der Ukraine und in Ägyp­ten so­wie der Ab­wer­tung des ar­gen­ti­ni­schen Pe­sos ha­ben seit Jah­res­be­ginn zu ei­nem schwä­che­ren Ri­si­ko­sen­ti­ment bei­ge­tra­gen. Die­se Fak­to­ren, ver­bun­den mit An­zei­chen für ein ver­lang­sam­tes wirt­schaft­li­ches Mo­men­tum in den USA, ha­ben US-Tre­a­su­ries zu ei­nem Rally ver­hol­fen – ob­wohl die US-No­ten­bank (Fed) die quan­ti­ta­ti­ve Lo­cke­rung wei­ter dros­selt. Der Dol­lar blieb stark, die US-Wäh­rung bleibt schliess­lich als «si­che­rer Ha­fen» ge­sucht.

De­fla­tio­nä­re Trends un­ter­stüt­zen eu­ro­päi­sche Staats­an­lei­hen bei der Ein­prei­sung des Ri­si­kos ei­ner wei­te­ren Zins­satz­sen­kung durch die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB). In Ja­pan fie­len die Da­ten zu den Aus­ga­ben der Pri­vat­haus­hal­te und zur In­dus­trie­pro­duk­ti­on schwä­cher aus als er­war­tet, die Be­schäf­ti­gungs­zah­len la- gen leicht hö­her, und der Ein­kaufs­ma­na­ger-In­dex (PMI) no­tier­te auf dem höchs­ten Ni­veau seit 2006. Die In­fla­ti­on ver­schärft sich hier wei­ter. Ja­pa­ni­sche Staats­an­lei­hen zeig­ten sich stark und re­agier­ten da­mit deut­li­cher auf die welt­wei­te Ri­si­ko­be­reit­schaft. An­dern­orts in Asi­en – mit Aus­nah­me von Chi­na – be­we­gen sich die re­gio­na­len PMI in ei­nem ex­pan­si­ven Um­feld. Die über­ra­schen­de An­he­bung der Leit­zin­sen in In­di­en deu­tet dar­auf hin, dass die dor­ti­ge No­ten­bank sich künf­tig auf ihr Man­dat zur In­fla­ti­ons­be­kämp­fung fo­kus­sie­ren dürf­te.

Die Kre­dit­märk­te blei­ben trotz Ri­si­ko­sor­gen ziem­lich be­last­bar. Der Markt für eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­mens­an­lei­hen hinkt dem US-Markt wei­ter­hin hin­ter­her, wo­bei die Emis­si­ons­vo­lu­men seit Jah­res­be­ginn im Vor­jah­res­ver­gleich um rund 15 % zu­rück­gin­gen.

Die In­ves­to­ren wer­den ih­re Auf­merk­sam­keit die­se Wo­che auf die Jah­res­be­richts­sai­son in den USA rich­ten. Die Per­for­mance des Mark­tes für hoch­ver­zins­li­che An­lei­hen war den ge­sam­ten Ja­nu­ar über so­lid, liess be­dingt durch die Vo­la­ti­li­tät in den auf­stre­ben­den Märk­ten ge­gen Mo­nats­en­de aber et­was nach.

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