Kurs­feu­er­werk bei Kaf­fee

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHA­EL PEY­ER

WAb­schlag von WTI zu Brent sinkt dank US-Win­ter – Mais-Preis steigt

etter be­herrscht der­zeit die Roh­stoff­märk­te. Po­si­tiv für die Prei­se wir­ken Käl­te und Schnee in wei­ten Tei­len der USA und die Tro­cken­heit in Bra­si­li­en. Im über­tra­ge­nen Sinn droht den Roh­stoff­kur­sen Scha­den durch den Sturm an den Ak­ti­en- und Wäh­rungs­märk­ten aus den Schwel­len­län­dern.

Der ark­ti­sche Win­ter in den USA stützt den Öl­preis. We­gen des tie­fen La­ger­be­stands von Öl­pro­duk­ten an der US-Ost­küs­te wird wei­ter Heiz­öl aus Eu­ro­pa in die USA ver­schifft. Dank der USNach­fra­ge hat sich die Dif­fe­renz zwi­schen West Te­xas In­ter­me­dia­te ( WTI) an der New York Mer­can­ti­le Ex­ch­an­ge zeit­wei­se auf ei­nen Ab­schlag von 8 $ ge­gen­über der eu­ro­päi­schen Nord­see­öl Brent (ICE) ver­rin­gert. Dies war letzt­mals im Ok­to­ber der Fall.

Das schwä­che­re Wirt­schafts­wachs­tum Chi­nas und schlech­te­re US-Da­ten zum Wo­chen­auf­takt ha­ben die Angst der Markt­teil­neh­mer auf ei­ne gros­se Kurs­kor­rek­tur an den Fi­nanz­märk­ten noch­mals ver­schärft. Schäf­chen wur­den ins Tro­cke­ne bracht. Soll­te sich ein En­de der Käl­te in USA ab­zeich­nen, dürf­ten die Öl­märk­te ins Rut­schen ge­ra­ten. Zum Wo­chen­auf­takt no­tier­te das Fass Brent zeit­wei­se zu 105.40 $ auf ei­nem Zwei­ein­halb- mo­nat­s­tief. Noch am 27. De­zem­ber kos­te­te das Fass 112.80 $.

WTI konn­te seit Mit­te Ja­nu­ar auf­grund des US-Wet­ters 7 $ zu­le­gen und no­tier­te am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag auf ei­nem Vier­wo­chen­hoch zu 98.59 $/Fass. Zum Wo­chen­auf­takt ver­lor WTI aber deut­lich auf 96.67 $/Fass, konn­te sich aber bes­ser als Brent be­haup­ten. Eu­ro­päi­sches Heiz­öl (Ga­soil) no­tier­te am Mon­tag zu knapp 900 $, und war chart­tech­nisch auf gu­tem Weg, aus der Lang­frist­kon­so­li­die­rung aus­zu­bre­chen.

In den ver­gan­ge­nen Ta­gen gab es am Kaf­fee­markt ein Kurs­feu­er­werk zu be­wun­dern. Aus­sich­ten auf tro­cke­nes Wet­ter in den bra­si­lia­ni­schen An­bau­ge­bie­ten führ­ten ab Wo­chen­mit­te zu ei­ner stei­len Auf­wärts­ten­denz. Am Mon­tag ver­gan­ge­ner Wo­che no­tier­te die Kaf­fee­sor­te Ara­bi­ca (ICE) noch 113,15 Cents je Pfund auf ei­nem Acht­ein­halb­mo­nats­hoch. In ei­ner Han­dels­wo­che konn­te der Kon­trakt um fast 20% an Wert zu le­gen. Zum Wo­chen­start liegt er zu 135,95 Cents auf dem höchs­ten Wert seit Mai 2013. Seit dem Mehr­jah­res­tief im No­vem­ber zu 100,95 Cents ver­teu­er­te sich Ara­bi­ca in nur drei Mo­na­ten um 35%. Auch Ro­bus­ta (Lif­fe) legt im glei­chen Zei­t­raum um 34% an Wert zu und no­tier­te zum Wo­chen­auf­takt zu 1867 $ je Ton­ne auf ei­nem Fünf­ein­halb­mo­nats­hoch. Seit Jah­res­be­ginn ha­ben sich Fu­tures auf Kaf­fee lang­sam, aber si­cher zum Lieb­ling der Roh­stoff­an­le­ger ge­mau­sert. Sie füh­ren nun die Per­for­man­ceRang­lis­te der wich­tigs­ten Roh­stoff­sek­to­ren deut­lich an. Aus­ser dem Wet­ter ha­ben auch die In­dex­fonds dem Kaf­fee­preis ge­hol­fen. Die Fonds bau­ten teu­rer ge­wor­de­ne Roh­stoff­po­si­tio­nen ab und ha­ben un­ter­ge­wich­te­te Sek­to­ren – wie Kaf­fee – hin­zu­ge­kauft.

Der Wet­ter­ein­fluss ist und bleibt auch Haupt­the­ma an den Agrar­märk­ten. Der Win­ter in den USA bringt gros­se lo­gis­ti­sche Pro­ble­me mit sich. Gu­te Re­gen­fäl­le in Ar­gen­ti­ni­en ha­ben nun für Ent­span­nung an den Mais- und So­ja­märk­ten ge­sorgt. Das sta­tio­nä­re Tief über Ar­gen­ti­ni­en bringt je­doch Tro­cken­heit in Bra­si­li­en mit sich. Das ist zwar ide­al für die So­ja-Ern­te, aber Händ­ler sor­gen sich um die Wachs­tums­be­din­gun­gen der zwei­te Ern­te von Mais. So­ja (CBOT) no­tier­te am Mon­tag zu 12,925 $ je Bus­hel (=27,215kg). Mais (CBOT) no­tier­te zu Wo­chen­an­fang auf 4,3575 $ je Bus­hel (=25,401kg), der höchs­te Stand seit zwei­ein­halb Mo­na­ten.

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