Die Pla­tin-Preis­prä­mie schrumpft

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - ANDRE­AS MAAG

Von den wich­ti­gen Edel­me­tal­len schloss Gold im Ja­nu­ar mit ei­ner Preis­stei­ge­rung von 3,6% am bes­ten ab. Für die­se klei­ne Über­ra­schung wa­ren meh­re­re Fak­to­ren ver­ant­wort­lich: Ers­tens wa­ren die Ab­flüs­se aus ETF mit zwar im­mer noch be­acht­li­chen 800 000 Unzen klei­ner als er­war­tet. Zwei­tens konn­ten die Bör­sen den Auf­wärts­trend nicht fort­set­zen, und drit­tens lie­fer­ten die Schwel­len­län­der schlech­te­re Wirt­schafts­zah­len mit mas­si­ven Wäh­rungs­pro­ble­men in der Tür­kei und in Ar­gen­ti­ni­en. Das ver­lieh Gold als si­che­rer Ha­fen wie­der Auf­trieb. Ein brei­tes In­ter­es­se neu­er In­ves­to­ren lässt sich je­doch nicht er­ken­nen. Es wa­ren viel­mehr auf fal­len­de No­tie­run­gen spe­ku­lie­ren­de Hedge Funds, die dem stei­gen­den Gold­kurs nach­sprin­gen muss­ten.

We­gen der bes­se­ren Wirt­schafts­aus­sich­ten hat Gold in ei­nem ty­pi­schen Port­fo­lio an Be­deu­tung ver­lo­ren. Da­her wer­den Avan­cen auf 1300 $ das Ver­kaufs­in­ter­es­se we­cken. Un­ter 1200 $ da­ge­gen wirkt Gold wie­der at­trak­tiv, was zu ei­ner Seit­wärts­be­we­gung im Fe­bru­ar füh­ren könn­te.

Da Pla­tin und Pal­la­di­um de fac­to als Call-Op­ti­on auf ei­ne bes­se­re Wirt­schaft ge­han­delt wer­den, wur­den nach kräf­ti­gen Avan­cen in der ers­ten Ja­nu­ar­hälf­te Ge­winn­mit­nah­men rea­li­siert – trotz den vie­len Streiks in den süd­afri­ka­ni­schen Mi­nen. Die Preis­dif­fe­renz von Pla­tin zu Gold ist da­her von 200 auf rund 120 $ ge­schmol­zen. Soll­te die Dif­fe­renz zu Gold noch wei­ter ab­neh­men, wä­re es an­ge­bracht, wie­der Pla­tin zu kau­fen.

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