Von­to­bel ist trotz Ge­winns­ta­gna­ti­on gross­zü­gig

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Von­to­bel wur­den am Frei­tag nach der Ver­öf­fent­li­chung der Zah­len für 2013 um 4% tie­fer be­wer­tet. Nach der Ana­lys­ten­und Me­di­en­kon­fe­renz bes­ser­te sich die Stim­mung je­doch, und der Kurs zog wie­der an. CEO Ze­no Staub und Fi­nanz­chef Mar­tin Sieg Cas­ta­gno­la fan­den die rich­ti­gen Wor­te und Zah­len, um den Ängs­ten die Spit­ze zu bre­chen.

Von­to­bel weist pro­mi­nent auf die gu­te Leis­tung im As­set Ma­nage­ment (Ge­winn +37% auf 103,3 Mio. Fr.) und im Pri­va­te Ban­king (+56% 59,4 Mio. Fr.) hin, eben­so wie auf den be­acht­li­chen Neu­geld­zu­fluss von 9,1 Mrd. Fr. und die Stei­ge­rung der Kun­den­ver­mö­gen um 9% auf 163,1 Mrd. Fr.

Die Grau­tö­ne soll­ten dar­ob je­doch nicht ver­ges­sen wer­den. Ge­ra­de im As­set Ma­nage­ment ruht der Er­folg auf we­ni­gen Schul­tern, vor al­lem auf de­nen des in­di­schen und in den USA re­si­die­ren­den Port­fo­lio­ma­na­gers Ra­jiv Jain. Die Fra­ge nach der Nach­hal­tig­keit im As­set Ma­nage­ment sei des­halb er­laubt, auch wenn Jain im ver­gan­ge­nen gu­ten Bör­sen­jahr ei­ne we­ni­ger gu­te Leis­tung ge­zeigt hat. In den Markt- tur­bu­len­zen im Ja­nu­ar hat sich sein An­la­ges­til nun je­doch wie­der be­zahlt ge­macht.

Pro­fi­tiert von der bes­se­ren Markt­stim­mung im Jahr 2013 hat das Pri­va­te Ban­king. Zu­dem ist die Wen­de auch das Re­sul­tat der Re­struk­tu­rie­run­gen. Das In­vest­ment Ban­king, frü­her die Ge­winn­ma­schi­ne von Von­to­bel, ver­liert an Schub, und der Ge­winn fiel 18% auf 56,6 Mio. Fr. Hier soll die Han­dels­platt­form De­ri­tra­de Im­pul­se ge­ben.

Ins­ge­samt konn­ten un­ter dem Strich kei­ne gros­sen Fort­schrit­te er­zielt wer­den – im Ge­gen­teil: Das Kon­zern­er­geb­nis hat sich 1% auf 122,3 Mio. Fr. re­du­ziert, der Ge­winn pro Ak­tie ist gar 2% auf 1.92 Fr. ge­schrumpft. Der Grund liegt vor­ab in den ho­hen (Per­so­nal-)Kos­ten. Von­to­bel konn­te den Be­triebs­er­trag 10% auf 849,3 Mio. Fr. stei­gern. Der Ge­schäfts­auf­wand nahm je­doch 11% auf 695,9 Mio. Fr. zu, der Per­so­nal­auf­wand al­lein 15%. Die Kos­ten wur­den al­ler­dings durch die Schlies­sung von Aus­land­nie­der­las­sun­gen, die UK-Ab­gel­tungs­steu­er und Kos­ten für das US-Pro­gramm auf­ge­bläht.

Die Auf­wand­ent­wick­lung ist trotz­dem Was­ser auf die Müh­len all der­je­ni­gen, die kri­ti­sie­ren, das Von­to­bel-Ma­nage­ment sei et­was sehr gross­zü­gig mit sich selbst und den wich­tigs­ten Ak­tio­nä­ren. Dass trotz des ma­ge­ren Er­geb­nis­ses die Di­vi­den­de 8% auf 1.30 Fr. er­höht wer­den soll, passt in die­ses Bild. Die ho­he Di­vi­den­de sorgt je­doch auch da­für, dass der Von­to­bel-Ak­ti­en­kurs nach un­ten et­was ab­ge­si­chert ist. Auf Ba­sis des Di­vi­den­den­an­trags er­rech­net sich ei­ne Ren­di­te von 3,8%. Güns­tig be­wer­tet sind Von­to­bel mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 15 je­doch nicht. En­ga­ge­ments drän­gen sich, auch mit Blick auf die Ner­vo­si­tät an den Märk­ten, der­zeit nicht auf. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Von­to­bel im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/VONN

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