Co­ca-Co­la neu haus­ge­macht

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GA

Co­ca-Co­la für den Haus­ge­brauch aus der Kap­sel, ein­ge­setzt in ei­ner Ma­schi­ne, die ähn­lich wie ei­ne Kaf­fee­ma­schi­ne funk­tio­niert: Das könn­te schon En­de Jahr Rea­li­tät wer­den. Als Ent­wick­lungs­part­ner hat sich der an Ab­satz­schwä­che lei­den­de Ge­trän­ke­kon­zern den Kaf­fee­rös­ter Gre­en Moun­tain Cof­fee Ro­as­ters (GMCR) aus­ge­sucht. Co­ca-Co­la hat sich da­zu für 1,25 Mrd. $ in GMCR ein­ge­kauft und ist nun mit 10% am Ka­pi­tal be­tei­ligt. Die Ak­ti­en wur­den neu aus­ge­ge­ben. Der Bör­sen­wert von GMCR schnell­te nach der An­kün­di­gung ge­gen 40% hoch, zum Bör­sen­schluss am Don­ners­tag la­gen die Ti­tel noch 26% über dem Vor­ta­ges­wert.

Co­ca-Co­la hat im ver­gan­ge­nen Jahr an Wachs­tums­kraft ein­ge­büsst. Im drit­ten Quar­tal sank der Um­satz 2%. Be­triebs­er­geb­nis und Ge­winn gin­gen bis En­de Sep­tem­ber noch deut­li­cher zu­rück. Das Un­ter­neh­men ist des­halb auf Im­pul­se an­ge­wie­sen. Ver­g­li­chen mit den 48 Mrd. $ Kon­zern­um­satz (2012) sind die vom Bro­ker­haus Sti­fel ge­schätz­ten 500 Mio. $ Um­satz aus der Ko­ope­ra­ti­on al­ler­dings nur ein ge­rin­ger Bei­trag.

Der Ein­stieg in GMCR folgt der be­vor­zug­ten Stra­te­gie, sich mit Min­der­heits­be­tei­li­gun­gen neue Mar­ken und Tech­no- lo­gi­en zu er­schlies­sen. Jüngs­te Bei­spie­le sind Zi­co (Ko­kos­was­ser) und Ho­nest Tea. Bei­de Ge­sell­schaf­ten wer­den in­zwi­schen von Co­ca-Co­la kon­trol­liert. Mit GMCR hat sich der Ge­trän­ke­rie­se aus­be­dun­gen, den An­teil in den ers­ten drei Jah­ren auf 16% er­hö­hen zu kön­nen.

Kern­stück des Pro­jekts wird die von den bei­den Part­nern neu ent­wi­ckel­te Por­tio­nen­ma­schi­ne Keu­rig Cold sein, die ge­gen En­de Jahr auf den Markt kom­men soll. GMCR wird auch die Kap­seln mit dem Co­ca-Co­la-La­bel her­stel­len. Bri­an Kel­ley, CEO der Kaf­fee­rös­ter, will die Platt­form für Kalt­ge­trän­ke nicht al­lein für Co­ca-Co­la re­ser­vie­ren. Auch ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit des­sen Erz­ri­va­le Pep­siCo schliesst er nicht ex­pli­zit aus.

Im Kaf­fee­ge­schäft ar­bei­tet GMCR be­reits mit der Kaf­fee­haus­ket­te Star­bucks zu­sam­men. Die An­kün­di­gung die­ser Part­ner­schaft im März 2011 hat­te die In­ves­to­ren noch mehr elek­tri­siert als die neue Ko­ope­ra­ti­on. Da­mals klet­ter­ten die in New York ko­tier­ten Ak­ti­en der Kaf­fee­rös­ter an ei­nem Tag mehr als 40%.

Von dem Zu­sam­men­ge­hen könn­te sich Pep­siCo in Zug­zwang ge­setzt füh­len, selbst ei­ne An­ge­bots­aus­wei­tung auf die Pri­vat­haus­hal­te an­zu­pei­len. Die Kon­kur­renz dürf­te auch dem So­da­ma­schi­nen­her­stel­ler So­da­St­ream mit Sitz in Is­ra­el nicht ge­fal­len. Ent­spre­chend kur­sie­ren im Markt Spe­ku­la­tio­nen, dass die bei­den das Vor­ge­hen von Co­ca-Co­la und GMCR nach­ah­men wer­den.

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