In der Fa­mi­lie

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - AK

Nach der Stif­tung Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men sind 92% al­ler deut­schen Un­ter­neh­men fa­mi­li­en­kon­trol­liert. Sol­che Ge­sell­schaf­ten ste­hen im Ruf, be­son­ders so­li­de fi­nan­ziert zu sein und sich lang­fris­tig über­durch­schnitt­lich gut zu ent­wi­ckeln – die­se Ver­mu­tung wird ge­stützt durch den Daxp­lus Fa­mi­ly In­dex, der sich über zehn Jah­re hin­weg mehr als 60 Pro­zent­punk­te bes­ser ent­wi­ckelt hat als das deut­sche Leit­ba­ro­me­ter Dax. Ei­nes der er­folg­rei­chen ko­tier­ten Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ist Drä­ger­werk (Xe­tra: DWR3; Kurs der Vor­zugs­ak­ti­en: 87.16 €; Bör­sen­wert von 1,3 Mrd. €). Sei­ne Stamm­ak­ti­en be­fin­den sich zu 71% in Hän­den der Fa­mi­lie Drä­ger; die Vor­zugs­ak­ti­en sind nicht stimm­be­rech­tigt.

Das Tra­di­ti­ons­haus aus Lü­beck, das in die­sem Jahr sein 125-jäh­ri­ges Be­ste­hen fei­ert, be­an­sprucht ei­ne in­ter­na­tio­nal füh­ren­de Po­si­ti­on in der Me­di­zin­und Si­cher­heits­tech­nik. Sei­ne Leit­idee lau­tet: «Tech­nik für das Le­ben». Ob im Kran­ken­haus, bei der Feu­er­wehr oder in der In­dus­trie: Drä­ger-Ge­rä­te und -Sys­te­me schüt­zen, un­ter­stüt­zen oder ret­ten Le­ben. Das Un­ter­neh­men war 1947 auch das erste aus Deutsch­land, das die «Ei­ser­ne Lun­ge», ein Ge­rät zur ma­schi­nel­len Be­at­mung, her­zu­stel­len be­gann.

Über fünf Jah­re hin­weg ha­ben die Vor­zugs­ak­ti­en mit Di­vi­den­den ei­ne Ge­samt­ren­di­te von et­was über 300% ge­bracht, wäh­rend der Dax knapp 100% stieg. Nun ha­ben die Drä­ger-Ti­tel aber ei­nen Durch­hän­ger, seit dem Höchst im letz­ten Ju­li ha­ben sie 18% nach­ge­ge­ben. In den ers­ten neun Mo­na­ten 2013 ist die ope­ra­ti­ve Mar­ge von 8,3 auf 6,7% und der Ge­winn ein Fünf­tel ge­schrumpft, bei ei­nem sta­gnie­ren­den Um­satz von 1,66 Mrd. €. Drä­ger­werk macht da­für be­son­ders die Auf­wer­tung des Eu­ro ver­ant­wort­lich. Da­zu ka­men hö­he­re Ver­triebs­kos­ten zur Stär­kung der Struk­tu­ren in den Wachs­tums­märk­ten und hö­he­re Auf­wen­dun­gen für For­schung und Ent­wick­lung. Für 2013 hat der Vor­stand um sei­nen Vor­sit­zen­den Ste­fan Drä­ger ein wäh­rungs­be­rei­nig­tes Um­satz­wachs­tum von 2 bis 4% und ei­ne ope­ra­ti­ve Mar­ge im un­te­ren Be­reich der Ziel­span­ne von 8 bis 10% pro­gnos­ti­ziert.

Bei ge­sun­den, län­ger­fris­tig wach­sen­den Un­ter­neh­men bie­ten Kurs­rück­schlä­ge in der Re­gel will­kom­me­ne Ein­stiegs­ge­le­gen­hei­ten. Von 2008 bis 2012 stei­ger­te Drä­ger­werk das Er­geb­nis je Vor­zugs­ak­tie um jähr­lich 32% auf 7.69 €. Nun ist vor­der­hand mit ei­ner schwä­che­ren Ent­wick­lung zu rech­nen. Für das lau­fen­de Jahr geht der Markt ge­mäss Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg von 7.11 € Über­schuss je Vor­zugs­ak­tie aus, was ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 12 er­gibt. Da­mit sind die Ti­tel (ge­schätz­te Di­vi­den­den­ren­di­te von 1,2%) nicht zu den über­be­wer­te­ten zu zäh­len. Zu­dem ist be­ru­hi­gend, dass Drä­ger­werk, wie es sich für ein Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ge­hört, mit ei­ner Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 38% so­li­de fi­nan­ziert ist.

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