Ar­beits­lo­sen­ra­te ver­blüfft das Fed

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CG

Der ra­sche Rück­gang der Ar­beits­lo­sen­quo­te sorgt für Ir­ri­ta­ti­on. Sie ist seit Mit­te 2013 be­reits von 7,5 auf 6,6% ge­sun­ken. Nun könn­te die Quo­te so­gar noch schnel­ler fal­len, wenn die Son­der­hil­fe für Lang­zeit­ar­beits­lo­se ge­stri­chen wird. Das um­strit­te­ne Pro­gramm hat rund 1,4 Mio. ar­beit­su­chen­de Ame­ri­ka­ner un­ter­stützt. Falls es nicht er­neu­ert wird, könn­te das zwei Ef­fek­te nach sich zie­hen: Ei­ner­seits wer­den man­che Ar­beits­lo­se die Job­su­che auf­ge­ben, weil sie vom Staat kein Geld mehr er­hal­ten, wenn sie sich be­wer­ben. Sie wer­den künf­tig nicht mehr von der Sta­tis­tik er­fasst, wo­durch die Par­ti­zi­pa­ti­ons­ra­te am Job­markt und da­mit die Ar­beits­lo­sen­quo­te sinkt. An­de­rer­seits ge­ben sich man­che Ar­beits­su­chen­de fort­an wohl auch mit ei­ner we­ni­ger gut be­zahl­ten Stel­le zu frie­den, weil sie nicht mehr auf staat­li­che Hil­fe zäh­len kön­nen. Auch in die­sem Fall sinkt die Ar­beits­lo­sen­quo­te. Ge­ben so­mit bei­spiels­wei­se 1 Mio. Ame­ri­ka­ner die Job­su­che auf, wür­de das die Ar­beits­lo­sen­ra­te schlag­ar­tig um 0,5 Pro­zent­punk­te sen­ken, schätzt der Re­cher­che­dienst Bi­an­co Re­se­arch. Ein sol­cher Ef­fekt zeigt sich be­reits im Bun­des­staat North Ca­ro­li­na, wo ein ähn­li­ches Hilfs­pro­gramm aus­ge­lau­fen ist. Das Fed muss sich al­so bald ent­schei­den, ob es am – oh­ne­hin auf­ge­weich­ten – Kri­te­ri­um der Ar­beits­lo­sen­quo­te von 6,5% zur Er­wä­gung ei­ner Zins­er­hö­hung wei­ter fest­hal­ten will.

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