Erste Be­las­tungs­pro­be be­stan­den

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

Er­ho­lungs­drang – Ar­beits­lo­sen­quo­te sinkt auf 6,6% – Ge­rüch­te über Ver­kauf der Chip­spar­te von IBM

falls sie an­hält, vom brei­ten Markt ge­tra­gen wird, oder ob die Nach­fra­ge nur we­ni­ge, zu­rück­ge­blie­be­ne Sek­to­ren und Ti­tel be­trifft. Ers­te­res wä­re das Si­gnal für ei­ne Fort­set­zung der Hausse, das zwei­te ein In­diz, dass Fun­da­ment und Ver­trau­en zu schwach sind für ei­nen wei­te­ren An­stieg und zur Vor­sicht mah­nen.

Ob die Er­ho­lung der letz­ten Ta­ge reicht, ist für die Be­weis­füh­rung zu kurz. Da­zu ist ei­ne län­ge­re Se­quenz, über meh­re­re Wo­chen, not­wen­dig. Man er­in­nert sich: Auch der Start in den Ja­nu­ar war stark, am En­de re­sul­tier­te ei­ner der schlech­tes­ten Bör­sen­mo­na­te seit Jah­ren.

Wall­s­treet knick­te am Frei­tag kurz ein, als die Ar­beits­markt­da­ten für den Ja­nu­ar be­gut­ach­tet wur­den. Statt den durch­schnitt­lich von Öko­no­men pro­gnos­ti­zier­ten 185 000 Jobs wur­den nur 113 000 ge­schaf­fen. Hin­ge­gen sank die Ar­beits­lo­sen­quo­te wei­ter um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 6,6%, den nied­rigs­ten Wert seit Ok­to­ber 2008. Gros­se Be­deu­tung ha­ben die Da­ten nicht, was rasch auch die An­le­ger be­grif­fen. Die Käl­te­wel­le im Ja­nu­ar half we­der dem Ar­beits­markt noch dem Kon­sum und ver­zerrt den Zah­len­ver­gleich. Wäh­rend in Tei­len von Eu­ro­pa schon die Früh­lings­blu­men spries­sen, blei­ben Won­ne­ge­füh­le in den USA über wei­te Stre­cken noch im­mer un­ter Eis und Schnee be­deckt.

Da­für hat­ten im vier­ten Quar­tal 2013 die Ver­brauchs­aus­ga­ben so kräf­tig zu­ge­nom­men wie seit drei Jah­ren nicht mehr. Und die Wirt­schafts­leis­tung wuchs nach jüngs­ten Da­ten an­nua­li­siert um 3,2% nach 4,1 im Vor­quar­tal – «für ei­ne Zeit mit Teil­schlies­sung der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung ein ziem­lich er­folg­rei­ches Quar­tal», zi­tiert Bloom­berg Sam Coff­in, Öko­nom von UBS Se­cu­ri­ties in den USA.

Fürs vol­le Jahr 2013 er­gab sich ein Wirt­schafts­wachs­tum von 1,9% nach 2,8 im Vor­jahr. Gleich­wohl ist Volks­wirt Coff­in für die­ses Jahr zu­ver­sicht­lich, die Kon­junk­tur wer­de stär­ker, sagt der Mann den Bloom­berg als ei­nen der treff­si­chers­ten Pro­gnos­ti­ker der letz­ten Jah­re be­zeich­net.

In IBM kam ge­gen En­de der Wo­che Le­ben (176.91 $, +1,3%, im Wo­chen­ver­gleich +0,1%). Laut «Wall Street Jour­nal» prüft der ITKon­zern den Ver­kauf sei­ner Halb­lei­ter­pro­duk­ti­on. Die «Fi­nan­ci­al Ti­mes» hält auch ein Jo­int Ven­ture für denk­bar. Der Tech­no­lo­gie­rie­se ver­äus­sert zur­zeit Ak­ti­vi­tä­ten, die nicht mehr zum Kern­ge­schäft zäh­len. Erst En­de Ja­nu­ar wur­de der Ver­kauf von Tei­len des Ser­ver­Ge­schäfts für 2,3 Mrd. $ an Le­no­vo aus Chi­na be­kannt.

News Corp (17.20 $, +7,8%) stei­ger­ten sich, nach­dem Ru­pert Mur­dochs Me­di­en­kon­zern (u. a. «Wall Street Jour­nal» und «New York Post») im zwei­ten Ge­schäfts­quar­tal ope­ra­tiv bes­ser ab­ge­schnit­ten hat­te als am Markt er­war­tet. Um­satz und Ge­winn des Vi­odeo­spiel­kon­zerns Ac­tivi­si­on (19.79 $, +15%) san­ken we­ni­ger als an­ge­nom­men. Mehr Ho­tel­bu­chun­gen und Wer­bung ga­ben dem On­li­ne­rei­se­por­tal Ex­pe­dia Schub (74.20 $, +12,5%). An­ders Lin­ke­dIn (208 $, –3,4%) nach ent­täu­schen­dem Ausblick des On­li­ne­kar­rie­re­netz­werks. Es droht ein wei­te­res Quar­tal mit schwä­che­rem Um­satz­wachs­tum.

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