Die Treib­stu­fe ist aus­ge­brannt

Finanz und Wirtschaft - - DIE SCHWEIZER WIRTSCHAFT NACH - KK

Was bis­her als er­trags­brin­gen­des Qua­li­täts­merk­mal ko­tier­ter Schwei­zer Im­mo­bi­li­en­ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten galt, kehrt sich in ein Man­ko: ein ho­her Wohn­an­teil im Lie­gen­schaf­ten­porte­feuille. Noch vor ei­nem Jahr ha­ben Ge­sell­schaf­ten im Sog des boo­men­den Woh­nungs­mark­tes gar ihr Ge­schäfts­mo­dell an­ge­passt.

Swiss Pri­me Si­te, die aus­schliess­lich in kom­mer­zi­el­le Ob­jek­te in­ves­tier­te, be­gann in Zü­rich Woh­nun­gen zu bau­en. Woh­nen macht je­doch erst 1% im 9 Mrd. Fr. schwe­ren Port­fo­lio aus. Mo­bi­mo, die am Don­ners­tag ihr Er­geb­nis prä­sen­tiert, bau­te ei­ne Ge­ne­ral­un­ter­neh­mung (GU) vor al­lem für Wohn­bau­pro­jek­te für Drit­te und den Ei­gen­be­stand auf.

Der ge­samt­schwei­ze­ri­sche Leer­woh­nungs­be­stand ist mit un­ter 1% im­mer noch tief. Der wich­tigs­te Trei­ber für den Woh­nungs­bau ne­ben den tie­fen Zin­sen, die Zu­wan­de­rungs­nach­fra­ge, ver­liert aber an Schub­kraft. In den kom­men­den Jah­ren wird es al­ler­dings kaum zu ei­nem Exo­dus von Mie­tern kom­men. Die Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten wer­den wei­ter­hin ih­re Miet­ein­nah­men ver­bu­chen kön­nen.

Klei­ne Ge­sell­schaf­ten wie War­teck In­vest und BFW Lie­gen­schaf­ten mit ei­nem di­ver­si­fi­zier­ten, durch die lo­ka­le Nach­fra­ge ge­tra­ge­nen Woh­nungs­be­stand aus­ser­halb der Gross­städ­te ha­ben kaum mit Er­trags­aus­fall zu rech­nen. Vor­erst wer­den auch Gross­sied­lungs­ent­wick­ler wie All­re­al und Mo­bi­mo sta­bi­le Mie­ten aus ih­rem Ei­gen­be­stand er­wirt­schaf­ten. Un­ter den neu­en Nach­fra­ge­vor­ga­ben könn­ten aber ih­re Ent­wick­lungs­pro­jek­te für in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren durch die­se sehr schnell stor­niert wer­den.

Auf ope­ra­ti­ver Ebe­ne wer­den die Ge­sell­schaf­ten in die­sem und im kom­men­den Jahr kaum Er­trags­ein­bus­sen ver­zeich­nen. Die tie­fe­re Woh­nungs­nach­fra­ge wird aber be­reits für 2014 über die Be­wer­tung der Lie­gen­schaf­ten zu Wert­be­rich­ti­gun­gen in den Porte­feuilles und da­mit zu tie­fe­ren Buch­wer­ten füh­ren. Der Ge­winn in­klu­si­ve Be­wer­tungs­ef­fekt wird sin­ken. Die gros­sen fünf All­re­al, In­ter­shop, Mo­bi­mo, PSP und SPS dürf­ten für 2013 die Di­vi­den­de auf Vor­jah­res­hö­he hal­ten kön­nen, in Zu­kunft wird sie vo­la­ti­ler aus­fal­len. Mit Blick auf stei­gen­de Zin­sen sind Kurs­er­ho­lun­gen ein Si­gnal für Ge­winn­mit­nah­men. Dem ge­rings­ten Woh­nungs­markt­ein­fluss aus­ge­setzt ist PSP, die kei­ne GU und kei­ne Woh­nun­gen be­sitzt. Der Ti­tel bleibt gar ein Con­tra­ri­an-In­vest­ment. Wel­che Fol­gen re­gu­la­to­ri­sche Ein­grif­fe im Hy­po­thekar­markt auf den Im­mo­bi­li­en­markt ha­ben, le­sen Sie auf Sei­te 21.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.