Be­wer­tungs­ri­si­ken va­ri­ie­ren

Finanz und Wirtschaft - - A ZUR EINWANDERUNGSINITIATIVE - CC

Vor al­lem für Bau­un­ter­neh­men und Zu­lie­fe­rer mit ei­ner ho­hen Aus­rich­tung auf den Schwei­zer Markt ha­ben sich die Aus­sich­ten mit­tel­fris­tig ver­schlech­tert. «2014 dürf­te noch­mals ein gu­tes Jahr für die Bau­kon­junk­tur wer­den, ab 2015 rech­nen wir aber mit ei­ner Sta­gna­ti­on», sagt Analyst Chris­ti­an Ar­nold von der Bank Von­to­bel. Er sieht meh­re­re Grün­de, zu de­nen aus­ser dem er­war­te­ten Rück­gang der Zu­wan­de­rung auch ein An­stieg des Zins­ni­veaus und li­mi­tier­te Ka­pa­zi­tä­ten in der Bau­bran­che zäh­len.

«Ob­wohl kurz­fris­tig kei­ne Ge­winn­re­duk­tio­nen zu er­war­ten sind, be­las­tet das Gan­ze die Grund­stim­mung», lau­tet das Fa­zit der Bank Von­to­bel. Die ein­zel­nen Un­ter­neh­men im Sek­tor sind al­ler Vor­aus­sicht nach un­ter­schied­lich stark be­trof­fen: Im­ple­nia kön­ne die Ent­wick­lung mit Auf­trä­gen im Be­reich In­fra­struk­tur und im Aus­land wohl kom­pen­sie­ren, meint Ar­nold. Für den Bau­aus­rüs­ter Ar­bo­nia-Fors­ter dürf­te sich die Ent­wick­lung im Fens­ter­ge­schäft nie­der­schla­gen, aber die lau­fen­de Port­fo­lio-Ber­ei­ni­gung ste­he stär­ker im Vor­der­grund. Der In­dus­trie­kon­zern Me­tall Zug hat mit der Haupt­mar­ke V-Zug ein gros­ses Ex­po­sure im Woh­nungs­bau, wie auch Zehn­der. Die ope­ra­ti­ve Leis­tungs­fä­hig­keit des Her­stel­lers von Heiz­kör­pern und Lüf­tun­gen könn­te sich des­halb 2015 we­ni­ger stark ver­bes­sern als ur­sprüng­lich an­ge­nom­men, nach­dem in den bei­den Vor­jah­ren hö­he­re IT-Kos­ten an­ge­fal­len sei­en.

We­der für Me­tall Zug noch für Zehn­der oder Ar­bo­nia-Fors­ter sieht Ar­nold grös­se­re Be­wer­tungs­ri­si­ken. An­ders sieht das für den Sa­ni­tär­kon­zern Ge­be­rit aus. Für das Ge­schäfts­jahr 2014 sind die Va­lo­ren mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 21 be­wer­tet, ba­sie­rend auf FuW-Schät­zun­gen. Wenn Ge­be­rit be­gin­nend mit 2015 Mar­gen­druck ver­spürt, dürf­te sich das am Ak­ti­en­markt aus­wir­ken.

«Die At­trak­ti­vi­tät des Wirt­schafts­stand­orts hat pri­mär in der Rechts­si­cher­heit wei­ter an Bo­den ver­lo­ren.»

Bü­ro­kra­tie heisst we­ni­ger Ef­fi­zi­enz, län­ge­re Ent­schei­dungs­we­ge und letzt­lich hö­he­re Kos­ten. Schwei­zer Un­ter­neh­men ste­hen im in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb. Ef­fi­zi­enz, schlan­ke Ent­schei­dungs­we­ge und Rechts­si­cher­heit sind stra­te­gi­sche Wett­be­werbs­fak­to­ren. Soll­ten sich mess­ba­re Kos­ten­ef­fek­te ab­zeich­nen, wer­den die­se in die Ge­winn­schät­zun­gen der Ana­lys­ten ein­flies­sen. Der Ein­be­zug der Wirt­schaft in die Um­set­zung der Initia­ti­ve ist da­her aus un­se­rer Sicht un­er­läss­lich.

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