Auf dem fal­schen Fuss er­wischt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - DA­NI­EL GSCHWEND,

Ent­ge­gen der Markt­er­war­tung be­gann das Jahr im Ob­li­ga­tio­nen­be­reich po­si­tiv. Auch hat der von Vie­len er­war­te­te wei­te­re Zins­an­stieg bis­her noch nicht statt­ge­fun­den. Wir sind nicht über­rascht, dass der Kon­sen­sus bis jetzt auf dem fal­schen Fuss er­wischt wur­de. Die Po­si­tio­nie­rung für ei­nen po­si­ti­ven Ak­ti­en- und ne­ga­ti­ven Zins­markt war klar zu ex­trem. Ent­spre­chend ver­zeich­nen Ob­li­ga­tio­nen­fonds nun ei­nen Zuf­luss und Ak­ti­en­fonds ei­nen Ab­fluss.

Bei den Spreads ka­men vor al­lem Eu­ro­schuld­ner mit An­la­ge­qua­li­tät (IG) et­was un­ter Druck. Nach wie vor ge­sucht sind Fi­nanz­schuld­ner, so­wohl vor­ran­gi­ge als auch nach­ran­gi­ge. In der Eu­ro- und Dol­lar-Swap-Kur­ve kam es zu ei­ner wei­te­ren Ver­fla­chung wo­bei dies Eu­ro­va­ri­an­te noch et­was aus­ge­präg­ter war. Er­staun­lich ist, dass sich das nach­ran­gi­ge Seg­ment trotz der Tur­bu­len­zen in den Schwel­len­län­dern bis­her als sehr wi­der­stands­fä­hig er­wie­sen hat. Ak­tu­ell wird spe­ku­liert, ob Stan­dard and Poor’s (S&P) die Ra­ting­me­tho­de für Con­tin­gent Ca­pi­tal Bonds an­passt und dies zu ei­ner Her­ab­stu­fung ge­wis­ser In­stru­men­te füh­ren könn­te. Der Markt zeigt sich da­von un­be­ein­druckt. Auch geht das Ge­rücht um, dass die Cre­dit Suis­se bei dem aus­ste­hen­den nach­ran­gi­gen Dol­lar-Bond 77⁄ Claudius das Kün­di­gungs­recht zu pa­ri (Re­gu­la­to­ry Par Call) aus­üben könn­te. Ent­spre­chend kam das Pa­pier stark un­ter Druck und kor­ri­gier­te von 107 auf un­ter 103%. Die jüngs­ten US-Ar­beits­markt­da­ten wa­ren eher ent­täu­schend, ob­wohl si­cher et­was vom schlech­ten Wet­ter ver­fälscht. Je­den­falls san­ken die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger US-Tre­a­su­ries von 2,72 auf 2,63%. Soll­te sich die Kri­se in den Schwel­len­län­dern ver­stär­ken und der Dol­lar an Wert zu­le­gen, so wä­re dies für die USWirt­schaft eher un­güns­tig. Auf­grund des ge­misch­ten Bilds der Wirt­schafts­in­di­ka­to­ren dürf­te die neue Fe­dChe­fin Ja­net Yel­len die Tür für ein ver­zö­ger­tes Ta­pe­ring eher wie­der et­was öff­nen. An­lei­hen aus Schwel­len­län­dern blei­ben et­was un­ter Druck. Die­ses Seg­ment wird nun lang­sam in­ter­es­sant und wür­de sich für ei­ne breit di­ver­si­fi­zier­te Stra­te­gie an­bie­ten, et­wa über Fonds oder ETF, die in Schwel­len­län­der­an­lei­hen in Lo­kal­wäh­run­gen in­ves­tie­ren.

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