Käl­te stützt Öl­preis wei­ter

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHA­EL PEY­ER

DMehr­wo­chen­hoch bei Brent und WTI – Ge­winn­mit­nah­men bei Kaf­fee

ie meis­ten Roh­stoff­märk­te ten­dier­ten in der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che hö­her. Die Öl­märk­te ver­zeich­ne­ten in den USA wie auch Eu­ro­pa Mehr­wo­chen­hochs, dank des ark­ti­schen Win­ters in wei­ten Tei­len der USA. Ein Fass Öl der US-Sor­te West Te­xas (Nymex) er­reich­te ver­gan­ge­nen Frei­tag ein Sechs­wo­chen­hoch von 100.14 $ und no­tier­te erst­mals in die­sem Jahr über der 100-$-Mar­ke. Der Preis für eu­ro­päi­sches Brent-Öl (ICE) leg­te ab Mit­te ver­gan­ge­ner Wo­che eben­falls stark zu. Brent ver­zeich­ne­te ein Wo­chen­plus von 4% und han­del­te am Frei­tag­abend auf ei­nem Fünf­wo­chen­hoch.

Ein­drück­lich war auch die Preis­be­we­gung für eu­ro­päi­sches Heiz­öl (Ga­soil). Noch zur Wo­chen­mit­te kos­te­te die Ton­ne we­ni­ger als 900 $ – der Weg nach un­ten schien of­fen. Es kam je­doch an­ders: Markt­teil­neh­mer, die aus chart­tech­ni­schen Über­le­gun­gen ver­kauf­ten, muss­ten bald zu hö­he­ren Prei­sen ih­re vor­he­ri­gen Ver­käu­fe zu­rück­de­cken. Da­durch ver­teu­er­te sich eu­ro­päi­sches Heiz­öl bis zum Wo­che­n­en­de um bis zu 30 $ je Ton­ne und ver­zeich­ne­te am spä­ten Frei­tag­abend ein Fünf­wo­chen­hoch bei 928.50 $ je Ton­ne. Kurz­fris­tig dürf­te das obe­re En­de der seit An­fang Ja­nu­ar gel- ten­den Band­brei­te zwi­schen 898 und 928 $ er­reicht wor­den sein. Im Mo­ment stüt­zen nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren in USA und tie­fe La­ger­be­stän­de durch un­ge­plan­te Raf­fi­ne­rie­aus­fäl­le an der US-Ost­küs­te den Preis noch. Falls sich die Tem­pe­ra­tu­ren nor­ma­li­sie­ren, dürf­te dies die Prei­se drü­cken. In Eu­ro­pa bleibt die Heiz­öl­nach­fra­ge we­gen mil­der Tem­pe­ra­tu­ren schwach.

An geo­po­li­ti­schen Fak­to­ren wer­den am Öl­markt die Ver­hand­lun­gen mit dem Iran und die Patt­si­tua­ti­on in Li­by­en be­ob­ach­tet. Im Os­ten Li­by­ens be­set­zen Auf­stän­di­sche wich­ti­ge Ex­port­hä­fen. Es ist ih­nen aber bis jetzt nicht ge­lun­gen, Öl auf ei­ge­ne Rech­nung zu ex­por­tie­ren. Dies ver­hin­dern li­by­sche Mi­li­tär­schif­fe. Der drin­gen­de De­vi­sen­be­darf dürf­te den Kon­flikt bald ent­span­nen. Der­weil geht die Charme­of­fen­si­ve der ira­ni­schen Füh­rung wei­ter. In der Vor­wo­che hat Aus­sen­mi­nis­ter Sa­rif in ei­nem Fern­seh­in­ter­view erst­mals den Ho­lo­caust ver­ur­teilt. Falls die Sank­tio­nen ge­gen Iran in den nächs­ten sechs Mo­na­ten ge­lo­ckert wer­den, dürf­ten die glo­ba­len Märk­te mehr als be­nö­tigt mit Öl ver­sorgt wer­den. Dies könn­te die Ent­schei­dungs­trä­ger der Opec vor gros­se Her­aus­for­de­run­gen stel­len. Die Opec wä­re dann ge­zwun­gen, die För­der­quo­ten erst­mals seit lan­gem nach un­ten an­zu­pas­sen. Die­se Auf­ga­be dürf­te wie­der ein­mal Sau­di-Ara­bi­en zu­kom­men.

Zum Wo­chen­auf­takt ver­harr­ten die Öl­prei­se zu­erst un­weit der Hochs. Im Ta­ges­ver­lauf kor­ri­gier­ten sie leicht. Laut der In­ter­con­ti­ne­talEx­ch­an­ge ver­ab­schie­de­ten sich die gros­sen Spe­ku­lan­ten in der Vor­wo­che wei­ter aus Brent und Ga­soil. In Brent hiel­ten sie die ge­rings­ten Long-Po­si­ti­on seit No­vem­ber 2012, bei Ga­soil so we­nig wie zu­letzt im No­vem­ber 2013.

Die Auf­wärts­be­we­gung am Kaf­fee­markt ist in den ver­gan­ge­nen Ta­gen nach ei­nem ex­tre­men Plus von fast 30 Cent je Pfund in we­ni­gen Ta­gen et­was in Sto­cken ge­ra­ten. Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag ver­zeich­ne­te Ara­bi­ca (ICE) noch ein Acht­ein­halb­mo­nats­hoch von 144,15 Cent je Pfund. We­gen Ge­winn­mit­nah­men sank der Preis da­nach um 10 Cent. Zum Wo­chen­auf­takt no­tier­te der Kon­trakt mit 136,2 Cent prak­tisch un­ver­än­dert zu Vor­wo­che. Die Tro­cken­heit in Bra­si­li­en hält der­zeit noch an, Nie­der­schlä­ge wer­den für die nächs­ten zwei Wo­chen er­war­tet. Ei­ne grös­se­re Ern­te in Ko­lum­bi­en könn­te im be­grenz­ten Mass Aus­fäl­le in Bra­si­li­en ab­fe­dern.

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