Die neue Lust auf Gold

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - DA­NI­EL BRIESEMANN

Gold er­freut sich der­zeit wie­der grös­se­rer Be­liebt­heit, was sich in hö­he­ren Prei­sen spie­gelt. Seit Jah­res­be­ginn hat sich das Edel­me­tall in US-Dol­lar ge­rech­net um über 6% ver­teu­ert. Die Grün­de für den Preis­an­stieg sind viel­fäl­tig. So ist Gold auf­grund der Tur­bu­len­zen in den Schwel­len­län­dern – vie­le die­ser Wäh­run­gen ha­ben sich zu­letzt deut­lich ab­ge­wer­tet – ver­stärkt als si­che­rer Ha­fen ge­fragt. Gleich mehr­fach ent­täu­schen­de Kon­junk­tur­da­ten in den USA ha­ben Gold eben­falls ver­stärkt ins Blick­feld der Markt­teil­neh­mer rü­cken las­sen. Of­fen­sicht­lich be­steht die Er­war­tung, dass das Fed das Tem­po der Rück­füh­rung sei­ner An­lei­hen­käu­fe dros­seln könn­te.

Die phy­si­sche Gold­nach­fra­ge war schon im Ja­nu­ar merk­lich hö­her als in den Vor­mo­na­ten. So la­gen zum Bei­spiel die Münz­ver­käu­fe in den USA auf dem höchs­ten Ni­veau seit April letz­ten Jah­res. Und die Gold-ETF ha­ben im Ja­nu­ar 23,6 Ton­nen Gold ver­lo­ren. Das war der ge­rings­te Ab­fluss auf Mo­nats­ba­sis seit Au­gust. Soll­te die Dy­na­mik hier wei­ter nach­las­sen, wür­de ei­ne stark ne­ga­ti­ve Kom­po- nen­te für den Goldpreis weg­fal­len. Erste Zah­len zu Chi­na be­le­gen, dass das Reich der Mit­te im letz­ten Jahr gros­se Men­gen Gold nach­ge­fragt hat. Ge­mäss An­ga­ben des chi­ne­si­schen Gold­ver­bands wa­ren es re­kord­ho­he 1176 Ton­nen, 41% mehr als im Vor­jahr. Da die Zah­len nicht die Käu­fe der Zen­tral­bank und von Fi­nanz­in­sti­tu­ten ent­hal­ten, dürf­te die tat­säch­li­che Gold­nach­fra­ge Chi­nas so­gar noch hö­her ge­we­sen sein.

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