Un­ein­heit­li­che Fi­nanz­wer­te

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - RG

Die ge­wich­tigs­ten Fi­nanz­wer­te im Swiss Mar­ket In­dex (SMI) sind die bei­den Gross­ban­ken UBS (7%) und Cre­dit Suis­se Group (4%). Im tra­di­tio­nel­len Kräf­te­mes­sen der bei­den Kon­kur­ren­tin­nen hat 2013 die UBS die Na­se vorn: Beim Ge­winn über­traf die im Vor­jahr noch tief­ro­te Zah­len schrei­ben­de Bank die Er­war­tun­gen des Markts, wäh­rend sie die CS Group ver­fehl­te, ob­wohl sich auch ihr Pro­fit mehr als ver­dop­pelt hat.

In Be­zug auf die Di­vi­den­de ha­ben bei­de Gross­ban­ken noch Po­ten­zi­al. Ih­re Aus­schüt­tungs­quo­te ge­hört mit 36% (CS) resp. 30% (UBS) zu den nied­rigs­ten im SMI. Doch we­nigs­tens gibt es wie­der ei­ne Aus­schüt­tung in bar: Für 2012 liess die CS die Ak­tio­nä­re noch gröss­ten­teils mit neu­en Ti­teln am Er­geb­nis teil­ha­ben; die UBS nahm erst per 2011 über­haupt wie­der ei­ne Aus­schüt­tung vor. Mit Blick auf die Be­wer­tung sind UBS mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV 2014) von 10 güns­ti­ger als CS Group (19) und des­halb zu be­vor­zu­gen, auch wenn die Ge­winn­ent­wick­lung der Gross­ban­ken wei­ter vo­la­til bleibt.

Di­vi­den­den­per­len Zu­rich

Die drit­te Bank im SMI-Bund, Ju­li­us Bär, weist mit 70% ei­ne deut­lich hö­he­re Aus­schüt­tungs­quo­te auf als UBS und CS. Der Ge­winn der Pri­vat­bank ist je­doch stär­ker als in frü­he­ren Jah­ren durch Son­der­fak­to­ren ge­schmä­lert wor­den. Da­zu ge­hört et­wa die In­te­gra­ti­on des in­ter­na­tio­na­len We­alth Ma­nage­ment von Mer­rill Lynch, das Ju­li­us Bär über­nom­men hat. Der Kurs der Bär-Ak­ti­en hat al­ler­dings schon vor­weg­ge­nom­men, dass die Über­nah­me er­folg­reich ab­ge­schlos­sen wird. Kommt es doch noch zu Rück­schlä­gen, be­steht Ent­täu­schungs­po­ten­zi­al. Das auf der Ge­winn­schät­zung für 2014 ba­sie­ren­de KGV (15) sen­det un­ein­heit­li­che Si­gna­le: Im Qu­er­ver­gleich zu an­de­ren Ban­ken ist es hoch, im his­to­ri­schen Ver­gleich für Ju­li­us Bär eher tief.

Un­ter den be­reits be­kann­ten Di­vi­den­den­vor­schlä­gen der SMI-Un­ter­neh­men ist der von Zu­rich In­suran­ce der mit Ab­stand at­trak­tivs­te für die An­teils­eig­ner. Im Ver­hält­nis zum ak­tu­el­len Ak­ti­en­kurs schüt­tet der Ver­si­che­rungs­kon­zern 6,4% Di­vi­den­de aus. Der Ge­winn­zu­wachs 2013 ist al­ler­dings ge­rin­ger als er­war­tet aus­ge­fal­len. Fast drei Vier­tel des Über­schus­ses wer­den un­ter den Ak­tio­nä­ren ver­teilt. Die mitt­ler­wei­le schon tra­di­tio­nell ho­he Ren­di­te ist denn auch das wich­tigs­te Kauf­ar­gu­ment für die Zu­rich-Ak­ti­en. Die Be­wer­tung der Va­lo­ren ist mit ei­nem KGV von 11 für ei­nen Ver­si­che­rer aber eher hoch (vgl. Sei­te 10).

Va­ger Aus­blick

Mit Blick auf 2014 äus­sern sich die im SMI ver­tre­te­nen Ban­ken und Ver­si­che­run­gen wie im­mer va­ge und oh­ne kon­kre­te Ge­winn­zie­le an­zu­ge­ben. Die UBS warnt, die un­ge­lös­ten Pro­ble­me in Eu­ro­pa, die of­fe­nen Fra­gen in der USFis­kal- und Geld­po­li­tik, die schwä­cheln­den Schwel­len­märk­te «könn­ten wei­te­re Er­geb­nis­ver­bes­se­run­gen un­wahr­schein­lich ma­chen». Die To­na­li­tät bei der CS ist op­ti­mis­ti­scher. Sie stellt – wie al­ler­dings die UBS auch – ei­ne zu­künf­ti­ge Di­vi­den­den­er­hö­hung in Aus­sicht.

Ju­li­us Bär ver­spricht 2014 vor al­lem durch Grös­sen­vor­tei­le mit dem von Mer­rill Lynch über­nom­me­nen Ge­schäft die Pro­fi­ta­bi­li­tät zu ver­bes­sern. Zu­rich In­suran­ce hin­ge­gen ist ge­ne­rell zu­ver­sicht­lich, wo­bei der Kon­zern ei­ni­ge Op­ti­mie­run­gen an­zu­pa­cken hat.

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