«Wir ste­cken den Rah­men für Well­ness wei­ter»

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«Mit der voll­stän­di­gen Über­nah­me von Gal­der­ma ste­cken wir den Rah­men für den Be­reich Well­ness wei­ter, genau­so wie wir vor drei Jah­ren mit He­alth Sci­en­ces den Ge­sund­heits­be­reich er­wei­tert ha­ben», schil­der­te er den Be­weg­grund. Un­ter dem Dach von Nest­lé kön­ne sich Skin He­alth bes­ser ent­fal­ten als in der Part­ner­schaft mit L’Oréal.

Der Der­ma­to­lo­gie­markt wird auf ge­gen 50 Mrd. Fr. ge­schätzt, er wächst jähr­lich um 4 bis 5%. Bul­cke möch­te sich die­se «fan­tas­ti­sche Wachs­tums­platt­form» nicht ent­ge­hen las­sen, zu­mal Gal­der­ma ra­scher wächst als der Markt. Auch ei­ne Er­wei­te­rung in den Markt für re­zept­pflich­ti­ge Pro­duk­te schliesst er nicht a prio­ri aus. Zu­nächst wird Skin He­alth mit dem Haut­pfle­ge­spe­zia­lis­ten Gal­der­ma als wich­tigs­tem As­set gut 2 Mrd. Fr. zum Um­satz bei­steu­ern. Das Un­ter­neh­men ist mit 5000 An­ge­stell­ten in 70 Län­dern ak­tiv. Sei­ne In­te­gra­ti­on in Nest­lé He­alth Sci­en­ces stand für Bul­cke nicht zur Dis­kus­si­on, «weil das Ge­schäft an­ders als He­alth Sci­en­ces lan­ge exis­tiert und ei­ne ei­ge­ne Dy­na­mik hat». Ent­wick­lungs­ar­beit wie im Fall der klei­nen Sci­en­ces-Un­ter­neh­men sei nicht ge­fragt.

In­né­ov, das zwei­te Jo­int Ven­ture mit L’Oréal, wird in der glei­chen Form wei­ter­be­trie­ben, weil Nest­lé hier auf das «Know­how des Kos­me­tik­un­ter­neh­mens an­ge­wie­sen» ist. Bul­cke un­ter­strich zu­dem die Loya­li­tät mit L’Oréal, wie sie in der wei­ter­hin sub­stan­zi­el­len Be­tei­li­gung Nest­lés zum Aus­druck kom­me. (Durch die Gal­der­ma-Trans­ak­ti­on sinkt der An­teil von 29,4 auf 23,3%.) Dass sich Je­an-Pier­re Mey­ers als Ver­tre­ter der Bet­ten­court-Fa­mi­lie nicht zur Wie­der­wahl in den Nest­lé-Ver­wal­tungs­rat stellt, wird als sein per­sön­li­cher Ent­scheid ge­se­hen. Mey­ers ge­hör­te dem Auf­sichts­gre­mi­um wäh­rend 23 Jah­ren an und war zu­letzt Mit­glied des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses.

Well­ness und He­alth Sci­en­ces sind noch nicht als Schwer­ge­wicht zu be­trach­ten. Da ist der Be­reich Nu­tri­ti­on schon von ei­nem an­dern Ka­li­ber. Hier hat sich 2013 die Ak­qui­si­ti­on von Wy­eth Nu­tri­ti­on aus­ge­zahlt. Säug­lings­nah­rung war in al­len drei Ver­kaufs­re­gio­nen ge­fragt. In Asi­en, Afri­ka so­wie in Bra­si­li­en und Russ­land wuchs das Ge­schäft zwei­stel­lig. Um dar­auf auf­zu­bau­en und um ei­nen Wett­be­werbs­vor­teil zu ge­win­nen, hat Nest­lé zahl­rei­che Stu­di­en lan­ciert. «Wir wol­len ei­ne Welt­kar­te über die Es­sens­ge­wohn­hei­ten der Kin­der und Klein­kin­der er­hal­ten», sagt Bul­cke. Mit ei­nem or­ga­ni­schen Um­satz­wachs­tum von 8,2% auf 9,8 Mrd. Fr. war Nest­lé Nu­tri­ti­on Spit­zen­rei­ter im Kon­zern. Die ope­ra­ti­ve Mar­ge stieg um 80 Ba­sis­punk­te auf 20%. Al­lein durch den Ver­kauf des Diät­be­ra­tungs­un­ter­neh­mens Jen­ny Craig im letz­ten De­zem­ber müss­te die Er­trags­kraft der Ein­heit im lau­fen­den Jahr wei­ter zu­neh­men.

Passt das Phar­ma­un­ter­neh­men Gal­der­ma zum Nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler Nest­lé? CEO Paul Bul­cke ist da­von über­zeugt, wie er am Ran­de der Bi­lanz­pres­se­kon­fe­renz vor Jour­na­lis­ten aus­führ­te. «Bei­de Ge­sell­schaf­ten sind von der Wis­sen­schaft ge­trie­ben und set­zen sich für Le­bens­qua­li­tät ein», nennt er ei­ne Ge­mein­sam­keit.

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