Nicht ät­zend!

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MZ

Der Berg­bau ist ein kon­ser­va­ti­ves Ge­wer­be. In der Bran­che gibt es kaum In­no­va­tio­nen. Weil die bes­ten La­ger­stät­ten un­ter­des­sen er­schöpft sind, wird der sin­ken­de Me­tall­ge­halt zu­neh­mend zur Her­aus­for­de­rung. Gleich­zei­tig stei­gen die Ka­pi­tal- und die Ener­gie­kos­ten. Das ruft nach In­no­va­tio­nen.

Über ei­ne sol­che ver­fügt das bri­ti­sche Un­ter­neh­men Alex­an­der Mi­ning (AIM: AXM; 5,63 p am Don­ners­tag; 9,6 Mio. £ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung). Die Fir­ma hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren von ei­nem Mi­nen- zu ei­nem Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men ge­wan­delt. Sein wich­tigs­tes As­set ist geis­ti­ges Ei­gen­tum, das durch Pa­ten­te ge­schützt ist.

Alex­an­der Mi­ning hat ei­ne neue Tech­no­lo­gie (Amm­leach) ent­wi­ckelt, die ei­ne ein­fa­che­re Ge­win­nung von Me­tal­len aus kalk­stein­hal­ti­gen Oxi­der­zen er­mög­licht. Bis­her wa­ren gros­se Men­gen Schwe­fel­säu­re not­wen­dig, um zu­erst das Erz auf­zu­lö­sen und nach­her das Me­tall zu ex­tra­hie­ren. Das neue Ver­fah­ren be­han­delt das Gestein zu­erst vor und löst an­schlies­send mit Am­mo­ni­ak al­ka­lisch das Me­tall her­aus. Da­bei wird ei­ne fast iden­ti­sche Aus­rüs­tung wie bei der An­wen­dung von Schwe­fel­säu­re be­nö­tigt. Ein Tech­no­lo­gie­wech­sel ist des­halb oh­ne gros­se Kos­ten mög­lich. Ge­mäss Ma­nage­ment sind da­mit Ein­spa­run­gen von 30 bis 40% bei den Ka­pi­tal- und den ope­ra­ti­ven Kos­ten der Mi­nen mög­lich.

Das Ge­schäfts­mo­dell von Alex­an­der Mi­ning be­steht aus der Ver­ga­be von Li­zen­zen so­wie dem Hal­ten von Be­tei­li­gun­gen an Mi­nen. Als Ent­schä­di­gung für Li­zen­zen er­hält das Un­ter­neh­men ei­nen An­teil von 2 bis 4% des mit die­ser Tech­no­lo­gie ge­won­ne­nen Me­talls.

An­fang Fe­bru­ar konn­te mit dem Roh­stoff-Hedge-Fund Ebul­lio end­lich ein Part­ner und In­ves­tor ge­fun­den wer­den. Ebul­lio hat eben von Red Cre­scent Re­sour­ces Mi­nen­pro­jek­te in der Tür­kei er­wor­ben. Dort wird nun ei­ne ers­te Test­an­la­ge für die Tech­no­lo­gie von Alex­an­der Mi­ning ge­baut, die 2015 den Be­trieb auf­neh­men soll. Ebul­lio über­nimmt da­bei die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten. Zu­gleich leis­tet sie ei­ne Zah­lung von 2,5 Mio. £, zur De­ckung des Ge­schäfts­be­triebs von Alex­an­der Mi­ning. Die­se er­hält zu­dem ei­nen An­teil von 5% an den Mi­nen­pro­jek­ten von Ebul­lio in der Tür­kei.

Das Ma­nage­ment be­sitzt 20% der An­tei­le von Alex­an­der Mi­ning, Ebul­lio nach ei­ner an­ste­hen­den Ka­pi­tal­er­hö­hung 25%. Da­mit ist si­cher­ge­stellt, dass ein Berg­bau­kon­zern Alex­an­der Mi­ning und ih­re Tech­no­lo­gie nicht zum Schnäpp­chen­preis über­neh­men kann. Die Ak­tie hat gros­ses Po­ten­zi­al, so­fern die Test­an­la­ge in der Tür­kei er­folg­reich an­läuft so­wie wei­te­re Part­ner­schaf­ten ge­won­nen wer­den. Das im­pli­ziert ei­nen lang­fris­ti­gen An­la­ge­ho­ri­zont. Kurz­fris­tig kön­nen In­ves­to­ren auf ei­ne fai­re­re Be­wer­tung des Ebul­lio-De­als hof­fen. Da es sich um ei­nen Pen­ny Stock han­delt, blei­ben die Ti­tel vor­erst vo­la­til.

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