Schlech­te Pro­gno­sen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PM

Das Bud­get sah für den Bun­des­haus­halt 2013 ur­sprüng­lich ein De­fi­zit von 450 Mio. Fr. vor. Schon im Jah­res­ver­lauf zeich­ne­te sich ei­ne Bes­se­rung ab. In der letz­ten Hoch­rech­nung von Sep­tem­ber war von ei­nem Über­schuss von rund 400 Mio. Fr. die Re­de. In Tat und Wahr­heit re­sul­tier­te im or­dent­li­chen Fi­nan­zie­rungs­er­geb­nis gar ein Plus von 1,3 Mrd. Fr. Die no­to­risch schlech­te Pro­gno­se­qua­li­tät ist nicht bes­ser ge­wor­den.

Ein­nah­men von 65 Mrd. Fr. stan­den 2013 Aus­ga­ben von 63,7 Mrd. Fr. ge­gen­über. Hin­zu kam im aus­ser­or­dent­li­chen Er­geb­nis noch ein­mal ein Über­schuss von 1,3 Mrd. Fr., der im We­sent­li­chen auf den Ver­kauf von Swiss­com-Ak­ti­en zu­rück­geht. Die im Ver­gleich zum Bud­get er­heb­li­che Er­geb­nis­ver­bes­se­rung ist vor­ab auf die Ver­rech­nungs­steu­er zu­rück­zu­füh­ren. Mit Ein­nah­men von 5,9 Mrd. Fr. wur­de hier das dritt­bes­te Er­geb­nis der Ge­schich­te rea­li­siert.

In der Fol­ge konn­ten die Schul­den wei­ter ab­ge­baut wer­den. Die Brut­to­schul­den san­ken auf 111,6 Mrd. Fr. Ge­mes­sen am BIP schrumpf­te die Schul­den­quo­te leicht auf rund 18%. Ein Wert, von dem die Staa­ten der EU kaum zu träu­men wa­gen.

Der Blick auf den Fi­nanz­plan für die Jah­re 2015 bis 2017 er­gibt ein durch­zo­ge­nes Bild. Vor­ge­se­he­ne Steu­er­re­for­men so­wie ab­seh­ba­re Mehr­be­las­tun­gen füh­ren zu ei­ner Ver­schlech­te­rung des Haus­halts. Für das Jahr 2015 er­gibt sich ein struk­tu­rel­les De­fi­zit von 632 Mio. Fr. – vor al­lem als Kon­se­quenz des vom Par­la­ment ab­ge­lehn­ten Kon­so­li­die­rungs­und Auf­ga­ben­über­prü­fungs­pa­kets 2014 (KAP). Für das Jahr 2015 hat der Bundesrat Spar­auf­trä­ge im Um­fang von 700 Mio. Fr. er­teilt. Et­was mehr als die Hälf­te be­trifft ge­ziel­te Kür­zun­gen, knapp 300 Mio. Fr. sind Qu­er­schnitt­kür­zun­gen, und rund 40 Mio. Fr. sol­len im Sach- und Be­triebs­auf­wand ein­ge­spart wer­den.

Für die Jah­re 2016/17 sind struk­tu­rel­le Über­schüs­se vor­ge­se­hen – al­ler­dings un­ter Ein­schluss der Spar­bei­trä­ge aus dem ab­ge­lehn­ten KAP. Die­se Zah­len sind so­mit nicht zum Nenn­wert zu neh­men. Bis zum Som­mer muss der Bundesrat ei­nen Zu­satz­be­richt vor­le­gen, wie er den Bun­des­haus­halt in der Pl­an­pe­ri­ode im Gleich­ge­wicht hal­ten will.

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