Bes­se­re La­ge für Pla­tin

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - PHI­LIP KNUEPPEL,

DAu­to­ab­satz soll­te stüt­zen – Gold wird wohl wei­ter sin­ken

as glo­ba­le Wachs­tum ver­bes­sert sich ste­tig, und da­mit schwin­det die At­trak­ti­vi­tät von Gold als si­che­rem Ha­fen. Ent­spre­chend er­war­ten wir für 2014 ei­ne wei­te­re Ver­bes­se­rung des Pla­tin­prei­ses ge­gen­über dem Goldpreis.

Ob­wohl wir er­war­ten, dass der star­ke Dol­lar die Gold­prei­se und den süd­afri­ka­ni­schen Rand im Jahr 2014 wei­ter­hin be­las­ten könn­te, soll­ten sich die Aus­wir­kun­gen ge­gen­über 2013 ab­mil­dern. Ob­wohl der in Dol­lar ge­rech­ne­te Me­tall­korb­preis im Lauf des Jah­res 12% ge­sun­ken ist, stieg der Korb­preis in Rand 8% und hat so die süd­afri­ka­ni­schen Her­stel­ler zu ei­nem ge­wis­sen Grad ge­gen fal­len­de Me­tall­prei­se und ei­ne star­ke Lohn­in­fla­ti­on ab­ge­schirmt. Wir ge­hen da­von aus, dass der Goldpreis im Jahr 2014 um 8 bis 10% sin­ken könn­te, was weit we­ni­ger ist als der Rück­gang von et­wa 30% im Jahr 2013.

Eben­so er­war­ten wir, dass der Rand nach den Wah­len Mit­te des Jah­res leicht stei­gen wird, ob­wohl wir uns be­wusst sind, dass das gros­se Leis­tungs­bi­lanz­de­fi­zit und das Ver­trau­en in Port­fo­li­o­in­ves­ti­tio­nen be­deu­ten, dass der Rand wei­ter­hin an­fäl­lig ge­gen­über dem Um­fang und Tem­po des Ta­pe­ring des Fed bleibt.

Für 2014 er­war­ten wir zwar ein ver­rin­ger­tes De­fi­zit im Pla­tin­markt, was aber le­dig­lich auf ei­ne viel ge­rin­ge­re In­ves­ti­ti­ons­nach­fra­ge zu­rück­zu­füh­ren ist. Wir rech­nen je­doch mit ei­nem An­stieg bei der Wie­der­ver­wen­dung von Werk­stof­fen bei Au­to­ka­ta­ly­sa­to­ren, da die Kun­den al­ter­na­ti­ve Lie­fer­quel­len aus­ser­halb von Süd­afri­ka su­chen. Für al­le an­de­ren Nach­fra­ge­quel­len er­war­ten wir für 2014 ei­ne Ver­bes­se­rung. Auch bei Au­to­ka­ta­ly­sa­to­ren wird sich ei­ne grös­se­re Nach­fra­ge zei­gen, wo­bei die Ver­bes­se­rung des eu­ro­päi­schen Au­to­ab­sat­zes und die Ein­füh­rung der Eu­ro-VI-Ge­setz­ge­bung für Per­so­nen­kraft­wa­gen die we­sent­li­chen Trieb­kräf­te sind.

Ge­gen­über un­se­rem Ba­sissze­na­rio se­hen wir für das Jahr 2014 zwei Auf­wärts- und vier Ab­wärts­ri­si­ken für Pla­tin. In un­se­rem Ba­sissze­na­rio wird auf­grund ei­nes wei­te­ren Ta­pe­ring des Fed mit ei­nem re­la­tiv schwa­chen Rand und schwä­che­ren Gold­prei­sen be­reits ge­rech­net. Es be­steht aber im­mer noch das Ri­si­ko, dass das Ta­pe­ring um­fang­rei­cher und schnel­ler sein wird als er­war­tet, was die zwei gröss­ten Ri­si­ken in un­se­rem Ba­sissze­na­rio dar­stel­len. In Be­zug auf den eu­ro­päi­schen Au­to­ab­satz sind wir zu­ver­sicht­lich und rech­nen mit ei­ner Er­ho­lung. Wenn der ho­he Um­satz in Gross­bri­tan­ni­en aus dem Jahr 2013 im rest­li­chen Eu­ro­pa je­doch aus­bleibt, stellt dies ein Ab­wärts­ri­si­ko dar. Da­zu kann ein Ab­fluss von Mit­teln aus Pla­tin-ETF die Prei­se durch­aus ne­ga­tiv be­ein­flus­sen.

Der do­mi­nie­ren­den Ge­werk­schaft in Süd­afri­ka wur­de nach fest­ge­fah­re­nen Lohn­ver­hand­lun­gen die ge­setz­li­che Ein­wil­li­gung für Streiks bei den drei gröss­ten Pla­tin­her­stel­lern – Am­plats, Im­plats und Lon­min – er­teilt. In An­be­tracht der po­li­ti­schen Kom­po­nen­te von Ge­werk­schaf­ten in Süd­afri­ka und der an­ste­hen­den Wah­len Mit­te des Jah­res hal­ten wir ei­nen Streik im ers­ten Quar­tal für mög­lich. Die­ser dürf­te aber nicht lan­ge dau­ern, da wir ein ge­wis­ses Mass an Streik­mü­dig­keit un­ter den Ar­bei­tern ver­mu­ten.

Die chi­ne­si­sche Schmuck­nach­fra­ge blieb in die­sem Jahr sehr ro­bust. Ob­wohl bei die­sem An­stieg auch ein struk­tu­rel­ler Aspekt mit­spielt, glau­ben wir, dass ein gros­ser Teil der Käu­fe wäh­rend des Rück­gangs der Prei­se statt­fand. An­ge­sichts der sich mo­de­rat ver­bes­sern­den Fun­da­men­tal­da­ten könn­te 2014 mit preis­schwa­chen Pha­sen ein wei­te­res Jahr mit ei­ner ho­hen Schmuck­nach­fra­ge sein.

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