Bör­sen­gang der Zürcher KB un­denk­bar?

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Elf Kan­to­nal­ban­ken sind heu­te ko­tiert. Ein Bör­sen­gang könn­te für wei­te­re Staats­in­sti­tu­te zum Thema wer­den. Die Glar­ner Kan­to­nal­bank lo­tet der­zeit die Mög­lich­kei­ten für ei­nen Bör­sen­gang aus, wie FuW er­fah­ren hat. Auch bei der Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) könn­te die Pu­bli­kums­öff­nung der­einst aufs Ta­pet kom­men. Sie wä­re je­den­falls ei­ne at­trak­ti­ve Kan­di­da­tin.

Grund­sätz­lich ist der Kan­ton in der La­ge, ge­nug fri­sches Geld für sei­ne Bank be­reit­zu­stel­len und sie ganz für sich zu be­hal­ten. Den­noch ist of­fen, ob die ZKB die von ihr ge­for­der­ten 2,5 Mrd. Fr. zu­sätz­li­ches Do­ta­ti­ons­ka­pi­tal er­hal­ten wird. Die Spe­zi­al­kom­mis­si­on des Kan­tons­rats dürf­te ih­re An­trä­ge ans Par­la­ment bald stel­len. Grund­satz­de­bat­ten, die über Zü­rich hin­aus­ge­hen, sind pro­gram­miert.

Die Ver­schul­dung von Zü­rich liegt bei rund 5 Mrd. Fr.; 2,5 Mrd. Fr. sind kei­ne Klei­nig­keit. Al­ter­na­ti­ven zur Er­hö­hung des Do­ta­ti­ons­ka­pi­tals gibt es zwar. Doch die Bank hält die Re­du­zie­rung der Ge­winn­aus­schüt­tung an Kan­ton und Ge­mein­den für po­li­tisch nicht gang­bar, eben­so we­nig den Ab­bau von Hy­po­the­ken und Fir­men­kre­di­ten zur Ver­bes­se­rung der Ka­pi­tal­quo­ten. Die Emis­si­on nach­ran­gi­ger An­lei­hen in gros­sem Um­fang schliesst sie eben­falls aus. «Sie kön­nen nach Ba­sel III nie har­tes Kern­ka­pi­tal sein und ste­hen nicht im Zen­trum un­se­rer lang­fris­ti­gen Ei­gen­mit­tel­pla­nung. Für wei­te­re nach­ran­gi­ge An­lei­hen der ZKB wä­re der Ka­pi­tal­markt im Üb­ri­gen nur be­dingt auf­nah­me­fä­hig», sagt die Bank auf An­fra­ge. Bleibt als letz­te Mög­lich­keit zur Schaf­fung von Ei­gen­ka­pi­tal die Emis­si­on von Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen. Vor­her müss­te da­zu das Kan­to­nal­bank­ge­setz an­ge­passt wer­den.

Die Kre­dit­agen­tur Fitch hat die ZKB so­eben we­gen ih­res mo­de­ra­ten Ri­si­ko­pro­fils und der star­ken Ka­pi­ta­li­sie­rung ge­lobt. Trotz­dem braucht die Bank mehr Ka­pi­tal. Der an­ti­zy­kli­sche Puf­fer für Wohn­bau­hy­po­the­ken, die er­höh­ten Ei­gen­mit­te­l­er­for­der­nis­se auf­grund der neu­en Sys­tem­re­le­vanz, die Ab­schaf­fung des Schwei­zer Stan­dard­an­sat­zes und mög­li­che Än­de­run­gen in der Ei­gen­mit­tel­un­ter­le­gung des Han­dels­buchs wer­den zu Bu­che schla­gen. Sie könn­ten die re­gu­la­to­ri­schen Ei­gen­mit­tel­an­for­de­run­gen in­ner­halb der nächs­ten fünf Jah­re bis zu 3 Pro­zent­punk­te ver­schär­fen. Ge­gen­wär­tig liegt die ZKB 2,8% über der heu­ti­gen Min­dest­mar­ke. Das ist zwar äus­serst kom­for­ta­bel, aber nicht ge­nug.

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