Man­ne­ken Pis

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Nun pil­gern sie wie­der, schwe­ren Her­zens: Schwei­zer Po­li­ti­ker und Di­plo­ma­ten, die der Eu­ro­päi­schen Uni­on ver­kli­ckern möch­ten, über das von rund 28% der hie­si­gen Stimm­be­rech­tig­ten ver­füg­te En­de der Per­so­nen­frei­zü­gig­keit doch bit­te hin­weg­zu­se­hen. Weil klei­ne Ge­schen­ke die Freund-

schaft er­hal­ten, emp­fiehlt es sich, den EU-Gran­den ge­ra­de jetzt et­was mit­zu­brin­gen. Aus ge­ge­be­nem An­lass gleich et­was Ty­pi­sches aus Brüs­sel, ei­nen Man­ne­ken Pis. Der klei­ne Kerl pin­kelt un­ter fre­chem Grin­sen – wohl den Gros­sen ans Bein. Fei­ne Iro­nie zum Auf­takt von Ver­hand­lun­gen, in de­nen die Ber­ner Emis­sä­re nun end­lich mal Ta­che­les re­den müs­sen statt, wie ge­wohnt, hei­mat­mü­de ein­zu­kni­cken. Um­so mehr, als ja schliess­lich nicht Bern der Bitt­stel­ler ist, wie ker­ni­ge Re­cken aus den Rei­hen der Ab­stim­mungs­sie­ger sa­gen. Üb­ri­gens wä­re ge­ra­de man­chen von ih­nen zur Schock­the­ra­pie ei­ne Vi­si­te Bel­gi­ens zu ver­schrei­ben. Nicht nur, dass die dort, ganz un­ver­schämt, eben­so gu­te Scho­ko­la­de kre­ieren wie wir. Vor al­lem lässt sich näm­lich in si­tu stu­die­ren, was ver­ächt­li­cher Um­gangs­ton zwi­schen Sprach­grup­pen kre­iert: ei­ne Un­wil­lens­na­ti­on. Wal­lo­ni­en be­deu­tet ety­mo­lo­gisch das Glei­che wie Wel­sch­land.

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