Al­so ge­hört auf die Watch­list

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE - TR

Man­che ver­die­nen sich im IT-Ge­schäft ei­ne gol­de­ne Na­se, bei an­de­ren zählt je­der Rap­pen. Al­so ist im ver­gan­ge­nen Jahr auf ei­ne Mar­ge auf Ba­sis Be­triebs­er­geb­nis (Ebit) von nur 1,1% ge­kom­men. Kein Wun­der, dass der IT-Gross­händ­ler nach Er­lös sucht. Di­enst­leis­tun­gen und Soft­ware sol­len bald für ei­nen grös­se­ren An­teil am Er­geb­nis ste­hen. Das bis­he­ri­ge Ge­schäft blei­be be­ste­hen, sag­te Al­so-CEO Gus­ta­vo Möl­ler-Hergt an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz. «Das ist die Ba­sis, auf der wir die an­de­ren Be­rei­che auf­bau­en.» Die Stra­te­gie ist nicht oh­ne Ri­si­ko.

Al­so schlägt sich gut in ei­nem schwie­ri­gen Markt. Das Un­ter­neh­men ver­kauft Pro­duk­te von IT-Schwer­ge­wich­ten wie App­le, Samsung oder Hew­lett-Pa­ckard an Fach­händ­ler, E-Com­mer­ce-An­bie­ter und Sys­tem­häu­ser. 350 Her­stel­ler von IT-Pro­duk­ten nut­zen die Ab­satz­lo­gis­tik für an die 100 000 Al­so-Kun­den. Der Markt für IT-Dis­tri­bu­ti­on ist in den zwölf Län­dern, in de­nen das Un­ter­neh­men ver­tre­ten ist, um 1,7% ge­schrumpft. Al­so konn­te da­ge­gen 2013 den Um­satz 3,2% aus­wei­ten auf 6,5 Mrd. €. Der Ge­winn stieg 10,1% auf 50,1 Mio. €.

Am­bi­tio­nier­tes Ge­winn­ziel

An­fang 2012 hat­te Al­so das Ge­winn­ziel von 50 bis 55 Mio. € aus­ge­ru­fen. Das hat das Un­ter­neh­men er­reicht. Nun strebt das Ma­nage­ment mit­tel­fris­tig ein Er­geb­nis zwi­schen 60 und 65 Mio. € an. Ak­tio­nä­re sol­len für 2013 ei­ne Di­vi­den­de von 1.40 Fr. pro Ak­tie er­hal­ten. Das ent­spricht ei­ner Aus­schüt­tungs­quo­te von 29% und ei­ner Di­vi­den­den­ren­di­te von ak­tu­ell 2,8%. «Wir sind nicht be­reit, Pro­fi­ta­bi­li­tät auf Kos­ten un­se­rer Ka­pi­tal­struk­tur zu er­zie­len», sag­te der CEO und künf­ti­ge Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent (vgl. «Prak­ti­kus», Sei­te 15).

Das mar­gen­träch­ti­ge­re Di­enst­leis­tungs- und Soft­ware­ge­schäft wer­de Al­so neue Ein­nah­me­quel­len brin­gen. «Die Loya­li­tät im tra­di­tio­nel­len Ge­schäft ist sehr ge­ring», er­klär­te Möl­ler-Hergt. «Be­vor ein Kun­de Sie im Ser­vice­be­reich ab­tau­schen kann, das dau­ert.» De­tails zum ak­tu­el­len und zum ge­wünsch­ten Um­satz­an­teil die­ses Ge­schäfts nennt er in­des kei­ne. Dass Al­so auf die­se Wei­se ver­mehrt zum Ri­va­len der ei­ge­nen Kli­en­tel wird, könn­te die Stra­te­gie aus­brem­sen. Sys­tem­häu­ser ver­kau­fen eben­so IT-Ge­rä­te ge­kop­pelt mit Ser­vices.

Schind­ler steigt aus

Die Ti­tel ge­hö­ren den­noch auf die Be­ob­ach­tungs­lis­te. Al­lein schon, weil Gross­ak­tio­när Schind­ler sei­ne Be­tei­li­gung bis 2017 voll­stän­dig re­du­zie­ren möch­te. Der An­teil han­del­ba­rer Ak­ti­en könn­te da­durch von jetzt 20,3 auf 48,7% stei­gen. Der Düs­sel­dor­fer Un­ter­neh­mens­be­ra­ter Walter Dro­ege bleibt al­ler­dings mit 51,3% An­ker­ak­tio­när von Al­so.

Durch den ein­ge­schla­ge­nen Kurs soll­te die Be­triebs­ge­winn­mar­ge von Al­so deut­lich stei­gen. Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 9 für 2014 sind die Ti­tel ak­tu­ell at­trak­tiv be­wer­tet.

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