Ho­he Zie­le

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - BER­NA­DET­TE CA­LO­NE­GO,

Va­leant Phar­maceu­ti­cals ( To­ron­to: VRX; Kurs: 153.33 kan. $; Bör­sen­wert von 51,1 Mrd. kan. $ oder 41,3 Mrd. Fr.) wird bis En­de 2016 ei­ner der fünf gröss­ten Phar­ma­kon­zer­nen der Welt sein – wenn es nach den Plä­nen von J. Micha­el Pe­ar­son geht. Der­zeit ist die Grup­pe aus der Pro­vinz Qué­bec erst die Num­mer fünf­zehn.

Pe­ar­son hat­te die Ge­sund­heits­spar­te des Un­ter­neh­mens­be­ra­ters McKin­sey ge­lei­tet, be­vor er 2008 das Amt als CEO von Va­leant an­trat. Sein Ziel lau­tet, den Bör­sen­wert des Kon­zern auf 165 Mrd. kan. $ (knapp 135 Mrd. Fr.) mehr als zu ver­drei­fa­chen – No­var­tis (199 Mrd. Fr.) und Ro­che (228 Mrd. Fr.) wei­sen in­des heu­te schon ei­nen hö­he­ren Wert auf.

Rasch ein­mal hat der ehr­gei­zi­ge Pe­ar­son ei­nen ag­gres­si­ven Ex­pan­si­ons­kurs ein­ge­schla­gen. Vor vier Jah­ren fu­sio­nier­te er Va­leant mit dem ka­na­di­schen Phar­ma­un­ter­neh­men Bio­vail. Un­ter sei­ner Ägi­de wur­den in knapp sechs Jah­ren sech­zig Ak­qui­si­tio­nen voll­zo­gen, dar­un­ter die 8,7 Mrd. $ schwe­re Über­nah­me von Bausch & Lomb im ver­gan­ge­nen Mai. Da­mit kon­kur­rie­ren die Ka­na­di­er im Be­reich der Au­gen­heil­mit­tel nun auch mit Al­con. Ob­wohl nicht ein­mal ei­nen Drit­tel so gross wie die­se No­var­tis-Toch­ter, steu­ert Bausch & Lomb rund 40% zum Um­satz des Va­leant-Kon­zerns bei.

En­de 2012 er­war­ben die Ka­na­di­er für 2,6 Mrd. $ auch die ame­ri­ka­ni­sche Me­di­cis, ei­ne Part­ne­rin von Cos­mo Phar­maceu­ti­cals, und ver­schaff­te sich so ei­ne gu­te Po­si­ti­on im Be­reich Haut­arz­nei­en. Die an der SIX Swiss Ex­ch­an­ge ko­tier­te Cos­mo ar­bei­tet nun mit Va­leant an der Ent­wick­lung ei­nes Ak­ne­me­di­ka­ments. FuW hat im Üb­ri­gen auch den Schwei­zer Zahn­im­plan­tat­her­stel­ler No­bel Bio­ca­re als ein mög­li­ches Über­nah­me­ziel von Va­leant iden­ti­fi­ziert.

Den An­le­gern scheint Pe­ar­sons for­scher Ex­pan­si­ons­kurs zu ge­fal­len. Der Ak­ti­en­kurs ist in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten über 130% ge­stie­gen. Pe­ar­sons Stra­te­gie grün­det auf der An­nah­me, es sei pro­fi­ta­bler, be­ste­hen­de Pro­duk­te zu über­neh­men als in For­schung und Ent­wick­lung zu in­ves­tie­ren. Er zieht da­bei we­nig be­ach­te­te Pro­duk­te den Ver­kaufs­ren­nern vor. Die Ak­qui­si­tio­nen wer­den vor al­lem über Schul­den fi­nan­ziert, die nach ka­na­di­schen Zei­tungs­be­rich­ten im No­vem­ber 2013 be­acht­li­che 17 Mrd. kan. $ be­tru­gen. Für die Zu­kunft schliesst Pe­ar­son auch ei­ne Fu­si­on un­ter gleich­wer­ti­gen Part­nern nicht aus.

We­gen der Zu­käu­fe ist es schwie­rig, die Zah­len des in un­ter­schied­li­chen Ge­sund­heits­spar­ten tä­ti­gen Kon­zerns ein­zu­stu­fen. Es gilt: Je grös­ser er wird, des­to schwie­ri­ger wird es sein, das Wachs­tums­tem­po zu hal­ten. Mit ei­nem ge­schätz­ten Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2014 von gut 16 sind die Ak­ti­en et­wa im Bran­chen­schnitt be­wer­tet. Sie eig­nen sich für ri­si­ko­freu­di­ge An­le­ger, die dar­auf set­zen, dass Pe­ar­son sein gros­ses Ziel mit we­nig Kom­pli­ka­tio­nen er­rei­chen kann.

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