«Döschwo»

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - MR

Die Deut­schen Gott­lieb Daim­ler und Carl Benz er­fan­den das Au­to. Pio­nie­re des in­dus­tri­el­len Au­to­mo­bil­baus wa­ren je­doch, ge­gen En­de des 19. Jahr­hun­derts, Fran­zo­sen. Be­son­ders Pan­hard & Le­vas­sor, die den Über­gang von der Kut­sche mit Hilfs­mo­tor zum Au­to­mo­bil schaff­ten. Ar­mand Peu­geot und Lou­is Re­nault zähl­ten um die Jahr­hun­dert­wen­de zur Avant­gar­de. An­dré Ci­tro­ën (1878–1935) bau­te vor dem Ers­ten Welt­krieg Ge­trie­be. Wäh­rend des Kriegs stell­te er Gra­na­ten her. Das ver­schaff­te ihm Ka­pi­tal, um 1919 in den Au­to­mo­bil­bau ein­zu­stei­gen, ba­sie­rend auf der Se­ri­en­fer­ti­gung, die er zu Kriegs­zei­ten auf­ge­baut hat­te. Mit die­sem Kon­zept hat­te Ci­tro­ën in Eu­ro­pa die Na­se vorn. Das Un­ter­neh­men ge­riet in den Dreis­si­ger­jah­ren in Schwie­rig­kei­ten; Mi­che­lin über­nahm die Kon­trol­le. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg glänz­te Ci­tro­ën mit Mo­del­len wie dem le­gen­dä­ren 2CV, dem «Döschwo», in Deutsch­land der «En­te». Die­ser Typ wur­de von 1949 bis 1990 ge­baut. Kult war auch die «gött­li­che», hy­drop­neu­ma­tisch ge­fe­der­te DS («La Dées­se»), im Pro­gramm von 1955 bis 1975; just da­nach über­nahm Peu­geot das Un­ter­neh­men. Frü­her war al­les bes­ser. Da un­ter­nah­men Prä­si­den­ten ih­re pi­kan­ten Es­ka­pa­den noch nicht auf ei­nem kom­mu­nen Rol­ler, son­dern stan­des­ge­mäss in ei­ner DS oder, um auf Stu­den­ten­schick zu ma­chen, im «Döschwo». Was nicht ver­bürgt ist. Die Se­rie Non­val­eur er­scheint in lo­ser Fol­ge (hier Teil 46, sie­he www.fuw.ch/dos­sier/non­val­eur). Sie ba­siert auf der Samm­lung Wert­pa­pier­welt der SIX Group in Ol­ten.

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