Qua­li­täts­an­lei­hen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - BANK CIC ( SCHWEIZ)

«Seit Jah­res­an­fang ent­wi­ckel­ten sich die An­lei­hen­märk­te über­ra­schend gut. Dies war An­fang Jahr noch nicht ab­seh­bar, da die Dros­se­lung der An­lei­hen­käu­fe durch das Fed, das an­zie­hen­de Wachs­tum in den In­dus­trie­län­dern und die Su­che der In­ves­to­ren nach mehr Ren­di­te eher auf ei­nen Bä­ren­markt schlies­sen lies­sen.

Die gu­te Per­for­mance der An­lei­hen­märk­te ist un­ter an­de­rem auf die stei­gen­de Ri­si­ko­aver­si­on auf­grund der Tur­bu­len­zen in den Schwel­len­län­dern zu­rück­zu­füh­ren, aber auch auf die tie­fe In­fla­ti­on in der Eu­ro­zo­ne und der Schweiz. Wei­ter kann man da­von aus­ge­hen, dass die No­ten­ban­ken noch ei­ne Wei­le an ih­rer Tief­zins­po­li­tik fest­hal­ten wer­den, da sie be­strebt sind, das wie­der auf­kei­men­de Wirt­schafts­wachs­tum nicht mit Zins­er­hö­hun­gen ab­zu­wür­gen. Kurz­fris­tig ge­hen wir da­von aus, dass der zehn­jäh­ri­ge Swap­satz von ak­tu­ell 1,36% in Rich­tung 1,2% fal­len wird, wo­von ins­be­son­de­re An­lei­hen ho­her Qua­li­tät und län­ge­rer Du­ra­ti­on pro­fi­tie­ren wer­den.» Frank­reich ist in ei­ner schwie­ri­gen La­ge. Das Land hat ein wach­sen­des Leis­tungs­bi­lanz­de­fi­zit, gros­se Schul­den, ei­ne Im­mo­bi­li­en­bla­se und ho­he Lohn­stück­kos­ten, was die Wett­be­werbs­fä­hig­keit be­ein­träch­tigt. Das Land muss un­be­dingt et­was un­ter­neh­men. Wir er­war­ten al­ler­dings nicht, dass die Schuld­zin­sen in nächs­ter Zeit plötz­lich stei­gen, die Nach­fra­ge nach Staats­an­lei­hen ist sta­bil. Ja, wir kön­nen je­doch nicht aus­schlies­sen, dass der Markt der­einst das Ri­si­ko neu be­ur­teilt. Aus­lö­ser könn­ten wei­te­re Her­ab­stu­fun­gen des Ra­tings sein. Der­zeit ist der Markt­zins für zehn­jäh­ri­ge fran­zö­si­sche Staats­an­lei­hen nur et­wa 0,6 Pro­zent­punk­te hö­her als für deut­sche Bun­des­an­lei­hen. Die­ser ge­rin­ge Ri­si­ko­auf­schlag ist an­ge­sichts der viel schwä­che­ren Fun­da­men­tal­da­ten Frank­reichs nicht ge­recht­fer­tigt. Wir ra­ten, ein En­ga­ge­ment zu be­gren­zen re­spek­ti­ve da­von ab­zu­se­hen. Im Ver­gleich zu Frank­reich ist die La­ge ein we­nig bes­ser. Die Wirt­schaft wächst und Die Bank of Ja­pan wird noch mehr kau­fen müs­sen – sie er­wirbt jetzt schon mehr Staats­an­lei­hen, als die Re­gie­rung emit­tiert. Wür­den die Zin­sen für zehn­jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen nur schon auf 2,8% stei­gen, müss­te Ja­pan sämt­li­che Steu­er­ein- Das gröss­te Po­ten­zi­al für Un­ter­neh­mens­ge­win­ne über den Er­war­tun­gen liegt in Eu­ro­pa. Dort liegt die Be­wer­tung auf dem his­to­ri­schen Durch­schnitt oder leicht dar­über und ist da­mit at­trak­ti­ver als in den USA. Wir ge­ben des­halb eu­ro­päi­schen Ak­ti­en den Vor­zug.

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